Lutz Heßlich




Lutz Heßlich am 15. April 1988 während des Trainings beim Freiluft-Auftakt der DDR-Sprinter




Straße der Medaillengewinner vor dem Rathaus Cottbus mit goldener Medaille für Heßlich


Lutz Heßlich (* 17. Januar 1959 in Ortrand, Kreis Senftenberg) ist ein ehemaliger deutscher Bahnradsportler.




Inhaltsverzeichnis





  • 1 Radsport-Laufbahn


  • 2 Privates


  • 3 Erfolge


  • 4 Auszeichnungen (Auswahl)


  • 5 Einzelnachweise


  • 6 Literatur


  • 7 Weblinks




Radsport-Laufbahn |


Lutz Heßlich begann 1968 bei der BSG Aktivist Lauchhammer mit dem Radsport und wechselte 1972 auf die Kinder- und Jugendsportschule nach Cottbus.[1] Hier entwickelte er sich beim SC Cottbus unter seinem Trainer Gerd Müller zu einem der bekanntesten Radrennfahrer der DDR. Es gelang ihm, im Abstand von acht Jahren jeweils eine olympische Goldmedaille im Sprint zu gewinnen. Die Olympiateilnahme 1984 blieb ihm verwehrt. Bei den Wettkämpfen der Freundschaft, der Gegenveranstaltung der Olympia-boykottierenden Ostblockländer, erreichte Heßlich als Erster mit 9,98 s eine Zeit unter zehn Sekunden, der Rekord wurde allerdings nicht offiziell anerkannt. Allein sechs Mal siegte er beim renommierten Sprint-Klassiker Grand Prix de Paris.


Nach Abschluss seiner Karriere im Jahr 1988 wurde Heßlich 1990 persönliches Mitglied im Nationalen Olympischen Komitee der DDR, nach der Wiedervereinigung Mitglied im Nationalen Olympischen Komitee für Deutschland.



Privates |




Fahrradfachgeschäft von Lutz Heßlich im Erdgeschoss


Lutz Heßlich lebt mit seiner Familie (zwei Kinder) in Cottbus, wo er seit 1990 ein Fahrradfachgeschäft betreibt.[2] Sein Sohn Nico (* 1990) betreibt seit 2008 ebenfalls erfolgreich den Bahnradsport.


Heßlich ist ein Urenkel des Schrittmachers Walter Heßlich; er führte u. a. den niederländischen Weltmeister Piet Dickentman. Er verunglückte tödlich 1951 beim Training auf der Radrennbahn Andreasried in Erfurt.[3] Auch dessen älterer Bruder Willi war als Schrittmacher aktiv.



Erfolge |


  • 1976 und 1977 Juniorenweltmeister im Sprint

  • 1977 dritter Platz bei den Weltmeisterschaften

  • 1979, 1983, 1985 und 1987 Weltmeister im Sprint

  • 1980 Gold bei den Olympischen Spielen in Moskau

  • 1981, 1982 und 1986 Vizeweltmeister

  • 1988 Gold bei den Olympischen Spielen in Seoul


Auszeichnungen (Auswahl) |


  • 1980 – Vaterländischer Verdienstorden in Silber

  • 1984 – Vaterländischer Verdienstorden in Gold

  • 1986 – Stern der Völkerfreundschaft in Gold

  • 1988 – Großer Stern der Völkerfreundschaft


Einzelnachweise |



  1. Doppel-Olympiasieger Lutz Heßlich wird 50 – Popularität ungebrochen Märkische Onlinezeitung


  2. Fahrradcenter Lutz Heßlich


  3. Steher, Stars und Sensationen: Seit 1885 Andreasried Erfurt, Broschüre, S. 27


Literatur |


  • Kurzbiografie zu: Hesslich, Lutz. In: Wer war wer in der DDR? 5. Ausgabe. Band 1, Ch. Links, Berlin 2010, ISBN 978-3-86153-561-4.


Weblinks |



 Commons: Lutz Heßlich – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


  • Lutz Heßlich in der Datenbank von Radsportseiten.net


  • Lutz Heßlich in der Datenbank von Sports-Reference (englisch)

  • Die Rekordfahrt Heßlichs 1984 auf youtube.com


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