Barby






































Wappen
Deutschlandkarte

Wappen der Stadt Barby



Barby

Deutschlandkarte, Position der Stadt Barby hervorgehoben

51.96722222222211.88472222222251Koordinaten: 51° 58′ N, 11° 53′ O
Basisdaten

Bundesland:

Sachsen-Anhalt

Landkreis:

Salzlandkreis

Höhe:
51 m ü. NHN

Fläche:
152,75 km2
Einwohner:
8500 (31. Dez. 2017)[1]

Bevölkerungsdichte:
56 Einwohner je km2

Postleitzahlen:
39249,
39240 (Breitenhagen, Groß Rosenburg, Lödderitz, Sachsendorf, Zuchau)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text

Vorwahlen:
039298, 03928 (Gnadau), 039294 (Breitenhagen, Groß Rosenburg, Lödderitz), 039295 (Sachsendorf, Zuchau)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text

Kfz-Kennzeichen:
SLK, ASL, BBG, SBK, SFT

Gemeindeschlüssel:
15 0 89 026
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 14
39249 Barby

Website:

www.stadt-barby.de

Bürgermeister:
Torsten Reinharz (parteilos)
Lage der Stadt Barby im Salzlandkreis


BarbySeelandSeelandBördeaueSeelandBörde-HakelBörde-HakelIlberstedtBorneSeelandSeelandWolmirslebenGierslebenSeelandGüstenPlötzkauAlsleben (Saale)Nienburg (Saale)EgelnBarbyBernburgCalbe (Saale)Schönebeck (Elbe)BördelandKönnernHecklingenAscherslebenStaßfurtKarte
Über dieses Bild


Barby ist eine Stadt im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt. Bis zur Neubildung der Stadt am 1. Januar 2010 aus den Gemeinden der ehemaligen Verwaltungsgemeinschaft Elbe-Saale (außer Gnadau)[2] hieß die Stadt Barby (Elbe). Gnadau wurde am 1. September 2010 nach Barby eingemeindet.[2]




Inhaltsverzeichnis





  • 1 Geografie


  • 2 Geschichte


  • 3 Politik

    • 3.1 Stadtrat


    • 3.2 Wappen


    • 3.3 Städtepartnerschaften



  • 4 Kultur und Sehenswürdigkeiten

    • 4.1 Bauwerke


    • 4.2 Geschichtsdenkmal



  • 5 Wirtschaft und Infrastruktur

    • 5.1 Verkehr


    • 5.2 Ansässige Unternehmen



  • 6 Persönlichkeiten

    • 6.1 Söhne und Töchter der Stadt


    • 6.2 Ehrenbürger



  • 7 Weblinks


  • 8 Einzelnachweise




Geografie |




Saalemündung


Barby liegt am linken Ufer der Elbe. Unweit der Stadt mündet die Taube in die Saale und diese in die Elbe. Die Stadt bildet die westliche Grenze des Biosphärenreservats Mittelelbe. Nordwestlich und südöstlich der Stadt liegen aus ehemaligem Kiesabbau entstandene Seen.


Stadtgliederung


Barby besteht aus den Stadtteilen Colphus, Monplaisir, Weinbergsiedlung und Zeitz sowie aus folgenden Ortschaften:
















































Blick auf Barby


Dialektgrenze


Barby liegt unmittelbar südlich der Benrather Linie und somit am Übergang von den hochdeutschen - genauer: den ostmitteldeutschen Dialekten zur niederdeutschen Sprache. Die Benrather Linie trifft hier auf die Elbe.



Geschichte |


Barby wurde am 23. April 961 erstmals in einer Urkunde König Ottos I. als „barbogi“ erwähnt, was im Althochdeutschen „Ort an der waldlosen Flusskrümmung“, wörtlich: „barer Bogen“, bedeutet. Die Stadt umgab eine Mauer mit fünf Stadttoren. Reste der Stadtmauer sind noch erhalten. Das Barbyer Territorium wurde 1497 zur Reichsgrafschaft erhoben und befand sich im Besitz der Grafen von Barby. Diese führten 1540 die lutherische Reformation ein. Nach dem Tod des letzten Grafen von Barby 1659 fiel Barby an den Herzog August von Sachsen-Weißenfels, dessen Sohn Heinrich ließ das Schloss 1687–1715 erbauen.


1660 geriet Maria Kühne aus Barby, genannt Fischer, Witwe des Andres Grosse, Magd im Haus des Fährmeisters Palm Gräfe, 73 Jahre alt, im Rahmen der Hexenverfolgung unter dem Vorwurf des Krankheitszaubers in einen Hexenprozess.[3] In den Ortsteilen Breitenhagen und Glinde kam es zu weiteren fünf Verfahren.


Barby war im 18. Jahrhundert jahrzehntelang Sitz der evangelischen Brüdergemeine (Herrnhuter Brüder-Unität) und der Leitung der weltweiten Mission der Herrnhuter. 1749 wurde das „Seminarium Theologicum“ (Predigerseminar) der Brüdergemeine von Lindheim nach Barby verlegt.[4] Einer der berühmtesten Schüler war Friedrich Schleiermacher, der die Schule von 1785 bis 1787 besuchte.


Im Oktober 1806 überschritt das französische Korps Bernadotte bei Barby („Heerstraße“) auf seinem Weg von Halle nach Lübeck die Elbe.


In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde Adolf Krummacher Oberpfarrer in Barby, der als Kirchenliederdichter („Stern, auf den ich schaue“) und Verfasser des Studentenliedes „Und wenn sich der Schwarm verlaufen hat“ bekannt geworden ist.


Am 30. September 1928 wurde der Gutsbezirk Zeitz-Monplaisir mit der Stadt Barby vereinigt.[5] Damit wurden die Wohnplätze Zeitz und Monplaisir Teile der Stadt Barby.


Am Ende des Zweiten Weltkrieges verhinderte der evangelische Pfarrer Ludwig Fuchs unter Einsatz seines Lebens die gewaltsame Einnahme der Stadt von US-Truppen durch die Anbringung von Kirchenfahnen und weißen Tüchern.[6] Nach anderer Quelle gewannen US-Bodentruppen am 13. April 1945 nach Straßenkämpfen in Barby das Elbufer und konnten dann auf der anderen Elbseite einen Brückenkopf Richtung Zerbst errichten.[7]


Einwohnerentwicklung

Im Jahr 1970 hatte Barby 6320 Einwohner, 2005 waren es dann nur noch 4586 Einwohner.



Politik |



Stadtrat |


Bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 wurden 20 Stadträte gewählt. Die Wahl ergab folgende Zusammensetzung des Stadtrats:[8]




Kommunalwahl 2014

Wahlbeteiligung: 48,2 % (2009: 37,9 %)




 %

40

30

20


10

0








32,4 %



12,6 %



10,3 %



3,5 %



2,8 %



30,5 %



8,0 %




CDU

SPD

Linke

FDP

Grüne


WGf


EBg



Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen


Anmerkungen:

f WG = Wählergruppen


g EB = Einzelbewerber





PLZ
Ortschaft
Einwohner
Ortsteile


BreitenhagenGlindeGnadauGroß RosenburgLödderitzPömmelteSachsendorfTornitzWespenZuchauBarbySalzlandkreisDistricts of Barby.svg
Über dieses Bild

Die Ortschaften von Barby
(anklickbare Karte)

39240Breitenhagen492Alt Tochheim
39249Glinde304
39249Gnadau523
Döben
39240Groß Rosenburg1680
Klein Rosenburg
39240Lödderitz230Rajoch
39249Pömmelte644Neue Siedlung und Zackmünde
39240Sachsendorf307
Patzetz
39249Tornitz566Werkleitz
39249Wespen229
39240Zuchau318Colno



Rathaus




















Partei / Liste
Sitze 2014
CDU6
Linke2
SPD2
FDP1
Grüne1
Wählergruppen6
Einzelbewerber2
Gesamt
20


Wappen von Barby bis 1998



Wappen |


Das Wappen wurde am 25. März 1998 durch das Regierungspräsidium Magdeburg genehmigt.


Blasonierung:"In Blau eine silberne Burg mit gezinnten, schwarz gefugten Mauern und drei Türmen mit roten, golden beknauften Spitzdächern; der überhöhte größere Mittelturm (Wartturm) mit offenem Rundbogentor, schwarzer Rundbogenfensteröffnung und drei Erkern mit roten, golden beknauften Dächern und schwarzen rechteckigen Fensteröffnungen, im mittleren Erker zwei, in den äußeren Erkern je eine; die äußeren Türme mit je drei (2:1) schwarzen Rundbogenfensteröffnungen. Vor dem Tor silberne Stufen."


Das Wappen wurde 1998 vom Magdeburger Kommunalheraldiker Jörg Mantzsch im Zuge der Flaggengenehmigung nach Widerspruch der Kommunalaufsicht überarbeitet.



Städtepartnerschaften |


Partnerschaften bestehen mit:


  • der Stadt Schöppenstedt in Niedersachsen (seit 1990)

  • mit der litauischen Gemeinde Aukštadvaris nahe Trakai (seit 1994)

  • mit der polnischen Gemeinde Pruchnik in der Woiwodschaft Karpatenvorland



Johanniskirche



Kultur und Sehenswürdigkeiten |




Marienkirche




Herrenhaus der Domäne Barby, nach 1868, Sammlung Alexander Duncker (nicht identisch mit dem Schloss)




Aufnahmeheim im Schloss (Foto 1960)



Bauwerke |


  • St.-Johannis-Kirche

  • St.-Marien-Kirche

  • Kapelle St. Georgii

  • Schloss

  • Das Prinzeßchen

  • Der Prinz

  • Stadtmauer


  • Elbbrücke
    In Barby überquert die Eisenbahnstrecke von Berlin nach Blankenheim auf einer 757 m langen Brücke die Elbe einschließlich Vorflutgebieten. Der Betrieb auf der Strecke ist dauernd eingestellt.

  • Siehe auch: Liste der Kulturdenkmale in Barby


Geschichtsdenkmal |


  • Denkmal aus den 1950er Jahren auf dem Schloßplatz für die örtlichen acht, zumeist jüdischen Opfer des Faschismus


Wirtschaft und Infrastruktur |



Verkehr |




südliches Stellwerk Barby




Eisenbahnbrücke über die Elbe


Barby ist über Landstraßen mit Schönebeck (Elbe), Calbe (Saale) sowie über die nahegelegene Gierseilfähre über die Elbe mit Güterglück und der B184 verbunden.


Die Fähre Barby und Fähre Breitenhagen über die Elbe sind mit der Fähre Groß Rosenburg über die Saale durch die 3-Fähren-Tour, einen 24 km langen Rundweg, verbunden.


Der heute einzige Personenbahnhof in Barby ist der Bahnhof Sachsendorf (b Calbe) an der Bahnstrecke Magdeburg–Leipzig, der stündlich durch Regionalbahnen bedient wird. Der Bahnhof Barby an der Bahnstrecke Berlin–Blankenheim wurde bis 2003 von einer Regionalbahn der Linie Magdeburg – Schönebeck (Elbe) – Güterglück – Bad Belzig angefahren. Der Personenverkehr auf dieser Strecke ist jedoch mittlerweile eingestellt worden. Das im für die Kaiserzeit typischen Stil als Gelbziegelbau errichtete Bahnhofsgebäude verfällt zunehmend.


Von 1884 bis 1922 fuhr im heutigen Stadtgebiet von Barby die Pferdebahn Patzetz–Breitenhagen, die die Ortsteile Patzetz, Groß Rosenburg, Klein Rosenburg und Breitenhagen an den Bahnhof Sachsendorf anband.


Der Hafen Barby liegt an der Elbe im Norden der Stadt.



Ansässige Unternehmen |


Seit 1923 wurde im Maizena-Werk Traubenzucker hergestellt; das Werk hieß in der DDR „Maisan“. 1993 baute das Unternehmen Cerestar (2002 von Cargill übernommen) neben dem 1992 stillgelegten Werk ein neues Weizenstärkewerk. Daneben ist das Unternehmen Maxit Baustoffwerke in Barby angesiedelt, das inzwischen zu Saint-Gobain Weber gehört. Erwähnenswert ist weiterhin die Elbe-Saale Klinik, eine Rehaklinik für Herz- und Kreislauferkrankungen.




Persönlichkeiten |



Söhne und Töchter der Stadt |




Jakob Friedrich Fries




Heinrich Mundlos



  • Friedrich Gottlieb Heinrich Fielitz der Ältere (1749–1820), Mediziner und Autor


  • Jakob Friedrich Fries (1773–1843), Philosoph


  • Gottfried Renatus Häcker (1789–1864), Apotheker, Botaniker und Konservator


  • Heinrich von Schlieckmann (1800–1869), Politiker, Jurist, Mitglied des Preußischen Herrenhauses


  • Gustav Rebling (1821–1902), Komponist und Dirigent


  • Johann Gottfried Dietze (1823–1888), Rittergutsbesitzer und Politiker, MdR, MdL


  • Karl Julius Keim (1823–1906), Arzt in Magdeburg, medizinisch-humoristischer Schriftsteller


  • Adolph von Dietze (1825–1910), Landwirt, Politiker


  • Rudolph Palme (1834–1909), Organist, Komponist, Herausgeber und Orgelrevisor in Magdeburg


  • Heinrich Mundlos (1836–1928), Erfinder und Fabrikant von Nähmaschinen


  • Max Sering (1857–1939), Nationalökonom


  • Georg Dittmann (1871–1956), klassischer Philologe


  • Walter Conrad (1892–1970), Jurist und Politiker (FDP)


  • Richard Würpel (1903–1987), Maler und Kunsterzieher


  • Albrecht Schöne (* 1925), Germanist


  • Gerd Stange (* 1954), Künstler und Fotograf


Ehrenbürger |


  • 1. April 1895: Otto von Bismarck

  • 1848: Adolph von Dietze


Weblinks |



 Commons: Barby, Germany – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


 Wikisource: Barby in der Topographia Superioris Saxoniae (Matthäus Merian) – Quellen und Volltexte

  • Stadt Barby


  • Schloss Barby in der Sammlung Duncker bei der Zentral- und Landesbibliothek Berlin (PDF; 222 kB)


Einzelnachweise |



  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31. Dezember 2017 (PDF) (Fortschreibung) (Hilfe dazu).


  2. ab StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2010


  3. Manfred Wilde: Die Zauberei- und Hexenprozesse in Kursachsen, Köln, Weimar, Wien 2003, S. 463; Monika Lücke, Dietrich Lücke: Ihrer Zauberei halber verbrannt. Hexenverfolgungen in der Frühen Neuzeit auf dem Gebiet Sachsen-Anhalts. Halle 2011, S. 95–98.


  4. Gottlieb Korschelt: Geschichte von Herrnhut. Eduard Kummer, Leipzig 1853, S. 75.


  5. Regierungsbezirk Magdeburg (Hrsg.): Amtsblatt der Regierung zu Magdeburg. 1928, ZDB-ID 3766-7, S. 213. 


  6. Gisela Reller: Zwischen den Kreuzen, in: Die Stunde Null, Berlin 1966, S. 88


  7. Olaf Groehler: Anhalt im Luftkrieg. Dessau 1993. S. 165


  8. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt


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