Folketing
























Folketing
Wappen
Schloss Christiansborg

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Schloss Christiansborg
Basisdaten
Sitz:

Schloss Christiansborg,
Kopenhagen

Legislaturperiode:
4 Jahre
Erste Sitzung:
1849
Abgeordnete:
179
Aktuelle Legislaturperiode
Letzte Wahl:

18. Juni 2015
Nächste Wahl:

bis spätestens 17. Juni 2019
Vorsitz:

Parlamentspräsidentin
Pia Kjærsgaard (DF)
















            
















Sitzverteilung:

Regierung (53)

  • V 34


  • I 13


  • C 6

  • Tolerierung (38)

  • O 37


  • Nunatta Qitornai 1(G)

  • Opposition (88)

  • A 46


  • Ø 14


  • Å 10


  • B 8


  • F 7


  • Inuit Ataqatigiit 1(G)


  • Javnaðarflokkurin 1(F)


  • Tjóðveldi 1(F)

  • (F) Abgeordnete der Färöer

    (G) Abgeordnete aus Grönland

    Website

    www.ft.dk

    Das Folketing [.mw-parser-output .IPA atext-decoration:noneˈfɔlkə.tɪŋ] (deutsch etwa „Volksversammlung“) ist das dänische Parlament. Seit 1953 besteht es aus einer Kammer mit 179 Abgeordneten. Davon werden je zwei „nordatlantische“ Abgeordnete auf den Färöer-Inseln und in Grönland gewählt. Bei der Verteilung der 175 dänischen Mandate gilt eine Zwei-Prozent-Hürde, die aber durch ein errungenes Kreismandat umgangen werden kann.


    Parlamentssitz ist Schloss Christiansborg in Kopenhagen.


    Bis 1953 bildete das Folketing nur eine von zwei Kammern des Dänischen Reichstages, während das Landsting die erste Kammer bildete.


    Das Folketing wird für vier Jahre gewählt. Der Ministerpräsident oder die Ministerpräsidentin kann aber jederzeit Neuwahlen ausschreiben. Falls die Regierung in einer als bedeutsam erachteten Frage keine Mehrheit im Folketing findet, muss der Ministerpräsident oder die Ministerpräsidentin entweder mit seiner Regierung zurücktreten oder Neuwahlen ausrufen.


    Als fünfter Staat der Erde nach Neuseeland, Australien, Finnland und Norwegen nahm Dänemark mit Island 1915 das Frauenwahlrecht ins Grundgesetz auf.[1] Es kam 1918 erstmals zur Anwendung.




    Inhaltsverzeichnis





    • 1 Parteien im Folketing


    • 2 Regierungsbildung


    • 3 Nordatlantische Abgeordnete


    • 4 Sitzverteilung seit 1918


    • 5 Parlamentspräsidenten


    • 6 Literatur


    • 7 Weblinks


    • 8 Einzelnachweise




    Parteien im Folketing |


    Nach der Wahl vom 18. Juni 2015 setzte sich das Folketing folgendermaßen zusammen:[2]







































































    Logo
    Partei

    Liste
    Ausrichtung
    Spitzenkandidat/-in
    Sitze


    Dnk party a.svg

    Socialdemokraterne (S)
    Sozialdemokraten
    A

    sozialdemokratisch

    Helle Thorning-Schmidt
    47


    Dansk Folkeparti Logo.svg

    Dansk Folkeparti (DF)
    Dänische Volkspartei
    O

    rechtspopulistisch

    Kristian Thulesen Dahl
    37


    Venstre (DK) Logo.svg

    Venstre (V)
    Liberale
    V

    liberal, konservativ

    Lars Løkke Rasmussen
    34


    Enhedslisten Teillogo.svg

    Enhedslisten (EL)
    Einheitsliste
    Ø

    sozialistisch,
    linksalternativ

    Johanne Schmidt-Nielsen
    14


    Liberal Alliance Teillogo.svg

    Liberal Alliance (LA)
    Liberale Allianz
    I

    neoliberal

    Anders Samuelsen
    13


    Alternativet.svg

    Alternativet (ALT)
    Alternative
    Å

    grün

    Uffe Elbæk
    9


    Radikale Venstre Logo small.svg

    Radikale Venstre (RV)
    Sozialliberale
    B

    sozialliberal

    Morten Østergaard
    8


    Socialistisk Folkeparti Logo.svg

    Socialistisk Folkeparti (SF)
    Sozialistische Volkspartei
    F

    demokratisch-sozialistisch, grün

    Pia Olsen Dyhr
    7


    Det Konservative Folkeparti Teillogo.svg

    Konservative Folkeparti (K)
    Konservative Volkspartei
    C

    konservativ

    Søren Pape Poulsen
    6


    Plenarsaal mit elektronischer Abstimmungstafel




    Sitzverteilung im Folketing nach der Wahl 2011


















    Abgeordnete der Färöer


    Tjóðveldi (republikanisch, sozialistisch)
    1
    Høgni Hoydal, vertreten durch Magni Arge


    Javnaðarflokkurin (sozialdemokratisch)
    1
    Sjúrður Skaale
    Abgeordnete aus Grönland


    Inuit Ataqatigiit (sozialistisch)
    1
    Aaja Chemnitz Larsen

    Nunatta Qitornai1
    Aleqa Hammond


    Regierungsbildung |




    Parlamentarische Grundlage der dänischen Regierungen 1945–2013. Links sind Wahljahre vermerkt, rechts die Parteikürzel (Datenbasis: Folketingets oplysning).


    Der Ministerpräsident (die Ministerpräsidentin) wird vom König (der Königin) ernannt. Eine Mehrheitswahl im Parlament entsprechend der Kanzlermehrheit im Deutschen Bundestag sieht die Verfassung nicht vor. Allerdings darf das Staatsoberhaupt keinen Ministerpräsidenten gegen den informellen Willen des Parlaments berufen. Dieses parlamentarische Prinzip wurde 1901 etabliert und im Verlauf einer schweren Verfassungskrise 1920 endgültig durchgesetzt.


    Der Ministerpräsident benötigt also keine formal dokumentierte Mehrheit im Parlament, er darf nur keine offensichtliche Mehrheit gegen sich haben. Dieser Umstand begünstigt die Bildung von Minderheitsregierungen. Sie müssen entweder bei wechselnden Partnern nach Mehrheiten suchen oder können sich auf feste Kooperationspartner festlegen. Seit der Auflösung der nationalen Sammlungsregierung Ende 1945 haben Koalitionen insgesamt nur sieben Jahre lang über eine eigene Mehrheit verfügt (vgl. Liste der dänischen Regierungen). Absolute Mehrheiten einer einzigen Partei im Folketing hat es seit der Einführung des Parlamentarismus nur zwischen 1901 und 1906 gegeben.



    Nordatlantische Abgeordnete |


    Rechnerische Mehrheiten werden seit der Verfassungsreform 1953 auch dadurch erschwert, dass die vier Abgeordneten Grönlands und der Färöer – in Dänemark als „nordatlantisch“ bezeichnet – in aller Regel nicht der Regierung beitreten. Sie sind zwar vollwertige Abgeordnete, beschränken sich jedoch meist darauf, nur an Abstimmungen teilzunehmen, welche die Angelegenheiten ihrer Herkunftsländer betreffen. Eine erste Ausnahme bildete die Ernennung des grönländischen Abgeordneten Mikael Gam zum Grönlandminister (1960–1964) der S-R-Regierungen Viggo Kampmann II und Jens Otto Krag I. Gam sicherte ihnen damit eine Ein-Stimmen-Mehrheit im Parlament. Er nahm gegen die ungeschriebenen Verfahrensregeln an wichtigen Abstimmungen teil und löste so jedes Mal heftige Proteste der oppositionellen Konservativen aus. Seitdem kam es immerhin siebenmal zu einer Regierungsbildung unter Einrechnung von nordatlantischen Mandaten: 1971 stützten Moses Olsen und Knud Hertling den Sozialdemokraten Krag; Óli Breckmann stützte in den 1980er Jahren Poul Schlüter (K); Jóannes Eidesgaard sicherte Poul Nyrup Rasmussen (S) 1998 weitere Regierungsjahre und Edmund Joensen erklärte 2007 seine Unterstützung für Anders Fogh Rasmussen (V).[3] Auch die parlamentarische Grundlage der Regierungen Thorning-Schmidt I und II bezog Abgeordnete aus dem Nordatlantik mit ein.



    Sitzverteilung seit 1918 |


    Bis 1918 wurden das Frauenwahlrecht und annäherungsweise das Verhältniswahlrecht eingeführt. Die Parteien sind chronologisch nach ihrem ersten Einzug in das Folketing sortiert. Die Partei des Ministerpräsidenten unmittelbar nach der Wahl ist fett markiert.































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































    Wahl

    S

    RV

    K

    V

    Ep

    SP

    Rfb

    DKP

    FFp

    DNSAP

    Bp

    DS

    SF

    Uaf

    LC

    VS

    CD

    KrF

    Frp

    FK

    EL

    DF

    LA

    Å
    Partei­lose
    Summe

    22. Apr. 1918
    39

    32
    22
    45
    1




















    139

    26. Apr. 1920
    42
    17
    28

    48
    4




















    139

    6. Juli 1920
    42
    16
    26

    51
    4




















    139

    21. Sep. 1920
    48
    18
    27

    51
    3
    1



















    148

    11. Apr. 1924

    55
    20
    28
    44

    1



















    148

    2. Dez. 1926
    53
    16
    30

    46

    1
    2


















    148

    24. Apr. 1929

    61
    16
    24
    43

    1
    3


















    148

    16. Nov. 1932

    62
    14
    27
    38

    1
    4
    2

















    148

    22. Okt. 1935

    68
    14
    26
    28

    1
    4
    2
    5
















    148

    3. Apr. 1939

    64
    14
    26
    30

    1
    3
    3

    3
    4














    148

    23. März 1943
    66

    13
    31
    28


    2


    3
    2
    3













    148

    30. Okt. 1945
    48
    11
    26

    38


    3
    18



    4













    148

    28. Okt. 1947

    57
    10
    17
    49


    6
    9

















    148

    5. Sep. 1950
    59
    12
    27

    32


    12
    7

















    149

    21. Apr. 1953
    61
    13
    26

    33


    9
    7

















    149

    22. Sep. 1953

    74
    14
    30
    42

    1
    6
    8

















    175

    14. Mai 1957

    70
    14
    30
    45

    1
    9
    6

















    175

    15. Nov. 1960

    76
    11
    32
    38

    1






    11
    6











    175

    22. Sep. 1964

    76
    10
    36
    38








    10
    5











    175

    22. Nov. 1966

    69
    13
    34
    35








    20

    4










    175

    23. Jan. 1968
    62

    27
    37
    34








    11


    4









    175

    21. Sep. 1971

    70
    27
    31
    30








    17












    175

    4. Dez. 1973
    46
    20
    16

    22


    5
    6




    11



    14
    7
    28






    175

    9. Jan. 1975

    53
    13
    10
    42



    7




    9


    4
    4
    9
    24






    175

    15. Feb. 1977

    65
    6
    15
    21


    6
    7




    7


    5
    11
    6
    26






    175

    23. Okt. 1979

    68
    10
    22
    22


    5





    11


    6
    6
    5
    20






    175

    8. Dez. 1981

    59
    9
    26
    20








    21


    5
    15
    4
    16






    175

    10. Jan. 1984
    56
    10

    42
    22








    21


    5
    8
    5
    6






    175

    8. Sep. 1987
    54
    11

    38
    19








    27



    9
    4
    9
    4





    175

    10. Mai 1988
    55
    10

    35
    22








    24



    9
    4
    16






    175

    12. Dez. 1990
    69
    7

    30
    29








    15



    9
    4
    12






    175

    21. Sep. 1994

    62
    8
    27
    42








    13



    5

    11

    6



    1
    175

    11. März 1998

    63
    7
    16
    42








    13



    8
    4
    4

    5
    13



    175

    20. Nov. 2001
    52
    9
    16

    56








    12




    4


    4
    22



    175

    8. Feb. 2005
    47
    17
    18

    52








    11







    6
    24



    175

    13. Nov. 2007
    45
    9
    18

    46








    23







    4
    25
    5


    175

    15. Sep. 2011

    44
    17
    8
    47








    16







    12
    22
    9


    175

    18. Juni 2015
    47
    8
    6

    34








    7







    14
    37
    13
    9

    175
    Anmerkung: Zur Gesamtzahl der Folketingsmandate kommen je zwei Abgeordnete der autonomen Färöer und Grönlands
    Quelle: Benito Scocozza und Grethe Jensen: Politikens Etbinds Danmarkshistorie. 3. Ausgabe, 2005, S. 452 f.; ergänzt nach Danmarks Statistik[4]


    Parlamentspräsidenten |




    Julius Bomholt (Foto: 1966)


    Das Präsidium des Folketing besteht aus dem Parlamentspräsidenten und vier Stellvertretern. Es ist für die Sitzungsleitung und die täglichen Geschäfte des Folketing zuständig. Seine Wahl erfolgt jeweils im Herbst zu Beginn eines Sitzungsjahres. Seit 2011 ist Mogens Lykketoft (Socialdemokraterne) Parlamentspräsident. Seine vier Stellvertreter sind (Stand Oktober 2014) Bertel Haarder (Venstre), Pia Kjærsgaard (DF), Lone Loklindt (RV) und Per Clausen (Enhedslisten). Während in vielen Parlamenten stets die größte Fraktion den Präsidenten stellt, hat sich das Folketing wiederholt auf einen Kandidaten einer kleineren Fraktion geeinigt. Die vier Stellvertreterposten werden aber immer unter den vier größten Fraktionen verteilt, welche nicht den Parlamentspräsidenten stellen.






































































































































    VonBisParlamentspräsidentPartei
    30. Januar 18503. August 1852Carl Christoffer Georg Andræ
    De Nationalliberale
    4. Oktober 185212. Juni 1853Johan Nicolai Madvig
    De Nationalliberale
    13. Juni 18532. Dezember 1859Carl Eduard Rotwitt
    Bondevennernes Selskab
    3. Dezember 18592. Dezember 1870Laurids Nørgaard Bregendahl
    De Nationalliberale
    3. Dezember 187030. September 1883Christopher Krabbe
    Venstre
    1. Oktober 18832. Oktober 1887Christen Berg
    Venstre
    3. Oktober 188716. Dezember 1894Sofus Høgsbro
    Venstre
    17. Dezember 189416. April 1895Rasmus Claussen
    Venstre
    17. April 18954. Oktober 1901Sofus Høgsbro
    Venstre
    5. Oktober 190130. Januar 1905Herman Trier
    Venstre
    31. Januar 190514. März 1912Anders Thomsen
    Venstre
    15. März 191213. Juni 1913Jens Christian Christensen
    Venstre
    14. Juni 191329. März 1922Niels Pedersen-Nyskov
    Venstre
    7. April 192210. April 1924Jensen-Klejs
    Venstre
    30. April 192424. November 1932Hans Peter Hansen
    Socialdemokraterne
    30. November 19321. Mai 1933Gerhard Nielsen
    Socialdemokraterne
    9. Mai 193330. Oktober 1945Hans Rasmussen
    Socialdemokraterne
    22. November 194522. Februar 1950Julius Bomholt
    Socialdemokraterne
    23. Februar 195022. September 1964Gustav Pedersen
    Socialdemokraterne
    6. Oktober 196422. Januar 1968Julius Bomholt
    Socialdemokraterne
    6. Februar 196830. September 1978Karl Skytte
    Det Radikale Venstre
    3. Oktober 19788. Dezember 1981Knud Børge Andersen
    Socialdemokraterne
    22. Dezember 198110. Januar 1989Svend Jakobsen
    Socialdemokraterne
    10. Januar 19893. Oktober 1989Erik Ninn-Hansen
    Det Konservative Folkeparti
    3. Oktober 198915. Januar 1993Hans Peter Clausen
    Det Konservative Folkeparti
    27. Januar 19935. Oktober 1994Henning Rasmussen
    Socialdemokraterne
    5. Oktober 199411. März 1998Erling Olsen
    Socialdemokraterne
    26. März 199811. März 2003Ivar Hansen
    Venstre
    18. März 200313. November 2007Christian Mejdahl
    Venstre
    28. November 20074. Oktober 2011Thor Pedersen
    Venstre
    4. Oktober 20113. Juli 2015Mogens Lykketoft
    Socialdemokraterne
    3. Juli 2015Pia Kjærsgaard
    Dansk Folkeparti


    Literatur |



    • Tim Knudsen: Fra enevælde til folkestyre. Dansk demokratihistorie indtil 1973. Akademisk Forlag, Kopenhagen 2007, ISBN 978-87-500-3890-0.

    • Tim Knudsen: Fra folkestyre til markedsdemokrati. Dansk demokratihistorie efter 1973. Akademisk Forlag, Kopenhagen 2008, ISBN 978-87-500-3892-4.

    • Carsten Schymik: Der Europaausschuss des dänischen Folketing – der machtvollste Europas? (PDF; 245 kB). In: Friedrich-Ebert-Stiftung (Hrsg.): Internationale Politikanalyse. 2008.


    Weblinks |



     Commons: Folketing – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien


     Commons: Christiansborg Palace – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

    • Offizielle Webseite des Folketing


    Einzelnachweise |



    1. Jad Adams: Women and the Vote. A World History. Oxford University Press, Oxford 2014, ISBN 978-0-19-870684-7, Seite 437


    2. Fintællingsresultat. Danmarks Statistik, abgerufen am 26. Juni 2015. 


    3. Fire Mandater med stor vægt. TV2 Nyheder, abgerufen am 13. August 2011. 


    4. Resultater – Valgaften. Danmarks Statistik, abgerufen am 16. August 2011. 

    55.67611111111112.579722222222Koordinaten: 55° 40′ 34″ N, 12° 34′ 47″ O


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