Wirges


































Wappen
Deutschlandkarte

Wappen der Stadt Wirges



Wirges

Deutschlandkarte, Position der Stadt Wirges hervorgehoben

50.4741666666677.7952777777778267Koordinaten: 50° 28′ N, 7° 48′ O
Basisdaten

Bundesland:

Rheinland-Pfalz

Landkreis:

Westerwaldkreis

Verbandsgemeinde:

Wirges

Höhe:
267 m ü. NHN

Fläche:
10,13 km2
Einwohner:
5345 (31. Dez. 2017)[1]

Bevölkerungsdichte:
528 Einwohner je km2

Postleitzahl:
56422

Vorwahl:
02602

Kfz-Kennzeichen:
WW

Gemeindeschlüssel:
07 1 43 081
Adresse der Verbandsverwaltung:
Bahnhofstraße 10
56422 Wirges

Website:

www.wirges.eu

Stadtbürgermeister:
Andreas Weidenfeller (CDU)
Lage der Stadt Wirges im Westerwaldkreis

Karte

Wirges ist eine Stadt im Westerwaldkreis in Rheinland-Pfalz und Verwaltungssitz der Verbandsgemeinde Wirges, der sie auch angehört. Wirges ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort und gemäß Landesplanung als Mittelzentrum ausgewiesen.[2]




Inhaltsverzeichnis





  • 1 Geographische Lage


  • 2 Geschichte

    • 2.1 Mittelalter


    • 2.2 20. Jahrhundert



  • 3 Religion


  • 4 Politik

    • 4.1 Stadtrat


    • 4.2 Wappen


    • 4.3 Städtepartnerschaften



  • 5 Wirtschaft und Infrastruktur

    • 5.1 Verkehr


    • 5.2 Unternehmen



  • 6 Sport, Kultur und Bildung


  • 7 Söhne und Töchter der Stadt


  • 8 Siehe auch


  • 9 Literatur


  • 10 Weblinks


  • 11 Einzelnachweise




Geographische Lage |


Wirges liegt in einer Hochmulde des vorderen Westerwaldes zwischen den Bergen Köppel (540,2 m) im Südwesten, Malberg (422 m) im Nordosten und dem Wirgeser „Hausberg“ Steimel (333,7 m) im Norden. Dort wurde 1865 eine Marienkapelle erbaut, die vom Ort her über einen Kreuzweg erreichbar ist. Am Steimel besteht ein kleiner Lehrpfad durch ein Vogelschutzgebiet.


Westlich von Wirges liegt der „Silbersee“, ein 4,5 Hektar großer Teich, der von den Angelfreunden Wirges genutzt wird.




Panorama von Wirges (Westerwald)




Zentrum der Stadt Wirges mit "Westerwälder Dom"



Geschichte |


Wirges wurde 958 erstmals urkundlich erwähnt.
Die Stadtrechte wurden am 10. Mai 1975 verliehen.[3]



Mittelalter |


Der erste schriftliche Nachweis für die Existenz eines Pfarrdorfes Wirges im Bereich der Grundherrschaft Humbach (Montabaur) ist eine Schenkungsurkunde König Ottos I. vom 29. April 958. Das historische Dokument betrifft einen Königshof zu Wirges, der damit in den Besitz der Witwe des Gaugrafen im Engersgau, Herzog Hermann I. von Schwaben, übergeht.


Herzogin Reginlind von Schwaben vermacht den Hof wenig später dem Koblenzer Florinsstift, das 1018 n. Chr. von Kaiser Heinrich II. mit allen dazugehörenden Liegenschaften an den Erzbischof von Trier, Poppo von Babenberg, verschenkt wird.


Der 1211 im Liber annalium iurium (Güterverzeichnis) des Erzstiftes Trier genannte Fronhof in Widergis, ist sicher identisch mit dem früheren Königshof aus dem 10. Jahrhundert. Wer ihn bewirtschaftete ist nicht bekannt.


Ab 1217 gehört aber ein Ritter Conradus de Widergis zur Burgmannschaft von Montabaur. Er ist vermutlich der früheste namentlich bekannte Wirgeser.[4]



20. Jahrhundert |


Am Anfang der Zeit des Nationalsozialismus existierte eine kommunistische Untergrundzeitung Die Bombe von Wirges in Wirges, welche von Helmuth Preußer (1905–1944) herausgegeben wurde. Nachdem die Zeitung im Juli 1933 aufflog, floh Helmuth Preußer ins Saarland, wurde aber später festgenommen und in die Bewährungstruppe 999 eingezogen, wo er kurze Zeit später bei einem Einsatz in Jugoslawien fiel.[5]



Religion |


Rund 52 Prozent der Bevölkerung gehören der römisch-katholischen Kirche an (Pfarrgemeinde St. Bonifatius, Bistum Limburg),[6] 21 Prozent der evangelischen Kirche (Martin-Luther-Kirchengemeinde Wirges, Evangelische Kirche in Hessen und Nassau).[7] Etwa 15 Prozent gehören zu anderen Religionsgemeinschaften. Für rund 12 Prozent der Bevölkerung ist keine Religionszugehörigkeit erfasst.[8] Neben den beiden großen Kirchen gibt es eine mennonitische Gemeinde sowie zwei islamische Gebetsräume.


Ortsprägend ist der „Westerwälder Dom“, die katholische Pfarrkirche St. Bonifatius. 1885 wurde der Grundstein für die neugotische Kirche gelegt. 1887 folgte die Weihe durch den Limburger Bischof. In dieser Kirche wurden 1851 von der 2018 heiliggesprochen Maria Katharina Kasper die Dernbacher Schwestern gegründet.



Politik |




Rathaus



Stadtrat |


Der Stadtrat in Wirges besteht aus 22 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Stadtbürgermeister als Vorsitzendem.


Die Sitzverteilung im Stadtrat:[9]


























WahlSPDCDUFDPFWGGesamt
2014812222 Sitze
2009128222 Sitze
2004129122 Sitze


Wappen |





Wappen von Wirges


Blasonierung: „In Blau eine rotbebutzte, grünbespitzte, silberne Rose.“

Wappenbegründung: Das Wappen ist von der in alter Zeit in Wirges ansässigen adligen Familie derer von Widergis geführt worden.


Städtepartnerschaften |


Es bestehen Partnerschaften mit der französischen Stadt Montchanin und der kroatischen Stadt Samobor.



Wirtschaft und Infrastruktur |



Verkehr |


  • In Nord-Süd-Richtung verläuft die L 300 und in Ost-West-Richtung die L 313 durch die Stadt.

Östlich der Stadt verläuft die B 255, die Montabaur und Rennerod verbindet.
Die nächste Autobahnanschlussstelle in Richtung Süden ist Montabaur an der A 3 (Köln–Frankfurt am Main), etwa drei Kilometer entfernt.
Die nächste Autobahnanschlussstelle in Richtung Norden ist Ransbach-Baumbach an derselben Autobahn, etwa fünf Kilometer entfernt.
Zwischen diesen beiden Anschlussstellen liegt das Dernbacher-Dreieck, bei dem die A 48 von Trier kommend auf die A 3 stößt.


  • Der nächstgelegene ICE-Halt ist der Bahnhof Montabaur an der Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main. Am Busbahnhof des Bahnhofes Montabaur verkehren zudem Fernbusse der Firmen Deutsche Post Mobility sowie Univers in Richtung Köln und Frankfurt am Main.
  • Wirges ist an die Buslinien 115 (Montabaur-Hachenburg), 462 (Montabaur- Höhr- Grenzhausen) sowie 485 (Siershahn- Höhr-Grenzhausen-Koblenz) angeschlossen.
  • Zudem verfügt Wirges über einen Haltepunkt an der Unterwesterwaldbahn, auf welcher die Züge der Linie RB29 der Hessischen Landesbahn HLB, Bereich Dreiländerbahn (Limburg–Diez Ost-Steinefrenz-Montabaur-Siershahn) nach dem Rheinland-Pfalz-Takt täglich im Stundentakt verkehren.
  • Die nächstgelegenen Flughäfen sind im Süden Frankfurt und im Norden Köln-Bonn – beide in einer Entfernung von ca. 90 Kilometern und gut erreichbar über die A 3 (Köln–Frankfurt am Main) oder den ICE-Bahnhof Montabaur.


Unternehmen |




Brunnen in Wirges. Der Brunnen ist mit Glasbläsern und Töpfern geschmückt – Symbole für die wichtigsten Wirtschaftszweige des Ortes.


1895 wurde eine Glashütte in Wirges gegründet. Der Zuzug von Arbeitern führte dazu, dass Wirges eine Parteihochburg der SPD wurde und bis heute ist (zumindest bis zur Kommunalwahl 2014). Auch heute noch ist die Saint Gobain Oberland AG größter Arbeitgeber in Wirges. Schwerpunkt der Produktion sind grüne Glasflaschen für den Wein-, Sekt- und Biermarkt sowie Glasbausteine.[10]



Sport, Kultur und Bildung |




Hallenbad


Die erste Mannschaft der SpVgg EGC Wirges spielt in der Rheinlandliga. Die A-Jugend spielt in der Rheinlandliga, ebenso die B-Jugend. Die C-Jugend spielt in der Fußball-Regionalliga (Jugend) und die C2-Jugend in der Rheinlandliga. Darüber hinaus gibt es in Wirges mehrere Chöre und einen Spielmannszug.


Oberhalb des Ortes liegt das Hallenbad.


Wirges verfügt über drei Schulen: Die Grundschule Wirges, die Katharina-Kasper-Förderschule, die Theodor-Heuss-Realschule plus.



Söhne und Töchter der Stadt |



  • Maria Katharina Kasper (* 1820–1898), Ordensfrau, Gründerin der der Dernbacher Schwestern, 2018 heiliggesprochen


  • Johann Diefenbach (1832–1911), Geistlicher Rat


  • Otto Dahlem (1891–1980), Politiker (NSDAP), MdR und SA-Führer


  • Hans Schweitzer (1920–1988), Politiker (SPD)


  • Bernd Merkel (* 1938), Zahnmediziner und Admiralarzt der Bundeswehr


  • Harald Schweitzer (* 1948), Politiker


  • Detlef Bernd Blettenberg (* 1949), Schriftsteller


  • Gerd Andres (* 1951), Politiker (SPD), 1987–2009 MdB


Siehe auch |


  • Liste der Kulturdenkmäler in Wirges


Literatur |



  • 1887–1987. 100 Jahre Pfarrkirche St. Bonifatius Wirges. Festbuch anläßlich der 100-Jahrfeier der Pfarrkirche St. Bonifatius Wirges. Herausgegeben von der kath. Kirchengemeinde St. Bonifatius Wirges, Wirges 1987.


Weblinks |



 Commons: Wirges – Sammlung von Bildern

  • Internetpräsenz der Stadt Wirges

  • Internetpräsenz der Verbandsgemeinde Wirges


Einzelnachweise |



  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2017, Gemeindeebene (Hilfe dazu).


  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten


  3. Amtliches Gemeindeverzeichnis (= Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz [Hrsg.]: Statistische Bände. Band 407). Bad Ems Februar 2016, S. 188 (PDF; 2,8 MB). 


  4. Landesgeschichte des Westerwaldes Dr. Hellmuth Gensicke, Wiesbaden 1958, Selbstverlag der Historischen Kommission für Nassau in Wiesbaden, S. 63 u. 67


  5. M9 Kommunistischer Widerstand – Raum Westerwald S. 200–201.


  6. Pfarrei St. Bonifatius im Bezirk Westerwald. Abgerufen am 8. Januar 2011.


  7. Evangelische Martin-Luther-Kirchengemeinde, Mitglieder nach Ortschaften. Abgerufen am 8. Januar 2011.


  8. Gemeindestatistik der Verbandsgemeinde Wirges, Stand 2009


  9. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen


  10. Landesschau RP über Wirges


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