Zentralamerika






Karte der zentralamerikanischen Staaten


Zentralamerika bezeichnet im geographischen Sinn die Landbrücke zwischen Nord- und Südamerika. Es kann sowohl als eigenständige Landmasse als auch als südlichste Region des nordamerikanischen Kontinents angesehen werden. Zusammen mit den Westindischen Inseln beziehungsweise der Karibik bildet Zentralamerika die Region Mittelamerika.


Aufgrund der von europäischen Migranten mitgebrachten und inzwischen dominierenden Sprachen wird Zentralamerika als Teil von Iberoamerika bzw. Lateinamerika betrachtet und entsprechend bezeichnet.




Inhaltsverzeichnis





  • 1 Geographie


  • 2 Geologie


  • 3 Staaten


  • 4 Bevölkerung


  • 5 Integration Zentralamerikas


  • 6 Siehe auch


  • 7 Literatur


  • 8 Weblinks


  • 9 Einzelnachweise




Geographie |


Geographisch beginnt Zentralamerika im Norden beim Isthmus von Tehuantepec im Süden von Mexiko, im Süden reicht es je nach Definition bis zum Isthmus von Panama in Südpanama bzw. zur Atratosenke in Nordwest-Kolumbien. Im Osten befindet sich das Karibische Meer, im Westen der Pazifische Ozean.


Die Abgrenzung von Nordamerika (im weiteren Sinne) und Südamerika lautet traditionell Isthmus von Darién, dem früher kolumbianischen Landesteil, heute panamesische Grenzprovinz, zwischen Golf von Darién der Karibik und dem Golf von Panamá des Pazifik.[1] Mit dem Bau des Panamakanals und Schaffung des Staates Panama ging die Bezeichnung Isthmus von Darien teils im anfangs synonymen Isthmus von Panama auf, was sich auch gegen Westen ausweitet, teils ging Isthmus von Darien auch auf die östlich anschließende Senke des Atrato über.[2] Deshalb wird die Abgrenzung Südamerika zu Zentralamerika verschieden gegeben.





Plaque Coco etCaraïbe.JPG

Tektonische Großgrenzen des Mittelamerikanischen Raumes (Platten, Konvergenz, Subduktion, Störungen; gelb: Kontinentalsockel): Nordamerikanische Platte, Südamerikanische Platte, Nazca-Platte, Pazifische Platte, dazwischen eingezwängt Cocos-Platte und Karibische Platte (Bildung der Kordilleren, des Panama-Bogens und des Antillen-Bogens) − illustriert die möglichen physisch-geographischen Eingrenzungskonzepte.

Die geologische Abgrenzung zu Nordamerika im engeren Sinne läge am Isthmus von Honduras, die ozeanographische liegt ausgedehnter an der Halbinsel Yucatan, der Abgrenzung Karibisches Meer zu Golf von Mexiko. Der Isthmus von Tehuantepec westlich von Yucatan stellt den weiteren Begriff dar. Dazu tritt das soziokulturelle Konzept von Latein- oder Iberoamerika, zu dem auch Mittelamerika (Zentralamerika i. w. S. und die Karibik) gerechnet wird, womit die Zuordnung von Mexiko schwankend ist.


Je nachdem, ob die Gebiete in Mexiko mitgezählt werden, hat Zentralamerika zwischen 510.000 km² und 750.000 km².



Geologie |


Geologisch liegt Zentralamerika zum größten Teil auf der Karibischen Platte, zu einem geringen Teil auch auf der Nordamerikanischen Platte. Vor der Pazifikküste im Westen schiebt sich die Cocosplatte unter die Karibische Platte, wodurch Vulkanismus und zahlreiche, oft schwere Erdbeben ausgelöst werden.



Staaten |



Die oberen sechs der in der Tabelle genannten sieben Staaten gehören geographisch vollständig zu Zentralamerika. Das Staatsgebiet Panamas gehört je nach geographischer Definition großenteils oder vollständig dazu. Mexiko wird in der Liste nicht genannt, weil nur ein geringer Teil des mexikanischen Staatsgebiets zu Zentralamerika gehört.


Guatemala, El Salvador, Honduras, Nicaragua und Costa Rica waren politisch schon in der Vergangenheit eng verbunden und bildeten nach der spanischen Kolonialherrschaft die Zentralamerikanische Konföderation.
























































Staat
Fläche
(km²)
Einwohner
(2016)
Einwohner
pro km²

BIP/Einwohner
(US-$, 2016)
Hauptstadt

BelizeBelize Belize

000000000022966.000000000022.966

000000000353858.0000000000353.858

000000000000015.000000000015

000000000004636.00000000004.636

Belmopan

Costa RicaCosta Rica Costa Rica

000000000051100.000000000051.100

000000004872543.00000000004.872.543

000000000000095.000000000095

000000000011835.000000000011.835

San José

El SalvadorEl Salvador El Salvador

000000000021041.000000000021.041

000000006156670.00000000006.156.670

000000000000293.0000000000293

000000000004343.00000000004.343

San Salvador

GuatemalaGuatemala Guatemala

000000000108889.0000000000108.889

000000015189958.000000000015.189.958

000000000000139.0000000000139

000000000004089.00000000004.089

Guatemala-Stadt

HondurasHonduras Honduras

000000000112090.0000000000112.090

000000008893259.00000000008.893.259

000000000000079.000000000079

000000000002609.00000000002.609

Tegucigalpa

NicaraguaNicaragua Nicaragua

000000000130370.0000000000130.370

000000005966798.00000000005.966.798

000000000000046.000000000046

000000000002120.00000000002.120

Managua

PanamaPanama Panama

000000000075420.000000000075.420

000000003705246.00000000003.705.246

000000000000049.000000000049

000000000013654.000000000013.654

Panama-Stadt
Total

000000000521876.0000000000521.876

000000045138332.000000000045.138.332

000000000000086.000000000086

000000000005411.00000000005.411


Bevölkerung |


Je nachdem, ob die Gebiete in Mexiko mitgezählt werden, hat Zentralamerika zwischen 40 und 50 Mio. Einwohner. Die größte Stadt der Region ist Guatemala-Stadt mit knapp drei Millionen Einwohnern.


Entwicklung der Bevölkerung (in Millionen)[3]





Integration Zentralamerikas |


Seit der Unabhängigkeit der Region von Spanien 1821 kam es zu mindestens 14 Integrationsversuchen.[4]


Zwischen 1823 und 1838 bestand die Zentralamerikanische Konföderation als Staatenbund zwischen den Einzelstaaten, deren kulturell integrativer Nachklang sich heute etwa in den einheitlich blau-weiß-blauen Nationalfarben der meisten Nachfolgestaaten erkennen lässt.


Seit den 1950er Jahren forcierten die Staaten mit Blick auf die Europäische Integration und die internationalen Vorbilder an Freihandelszonen und Zollunionen einen weiteren Integrationsprozess, um durch einen gemeinsamen Handel Abhängigkeiten vom Weltmarkt zu relativieren.[4] Im Verlauf dieser Bemühungen wurde 1963 das Sekretariat für die wirtschaftliche Integration Zentralamerikas (Secretaría de la Integración Económica Centroamericana, SIECA) eingerichtet, das den Aufgabenbereich des im selben Jahr in Kraft tretenden Abkommens über die wirtschaftliche Integration (Tratado General de Integración Económica Centroamericana) abdecken sollte. Der Vertrag erschuf eine Freihandelszone für fast alle in dem Gebiet hergestellten Produkte. Das intraregionale Handelsvolumen wuchs von 6 Millionen US-Dollar 1963 auf 2,5 Milliarden US-Dollar im Jahr 1999.[5]


Die Ende der 1970er Jahre auftretenden Revolutionen bzw. Bürgerkriege in Nicaragua, Guatemala und El Salvador brachten Rückschritte für die weitere Integration.



Siehe auch |


  • Iberoamerika

  • Lateinamerika


Literatur |



  • Gerhard Sandner: Zentralamerika und der ferne karibische Westen. Konjunkturen, Krisen und Konflikte, 1503–1984, Stuttgart (Steiner) 1985. ISBN 3-515-04343-8


Weblinks |



 Commons: Zentralamerika – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


 Wiktionary: Zentralamerika – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

  • Datenbank inhaltlich erschlossener Literatur zur gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Situation in Zentralamerika


Einzelnachweise |



  1. Vergl. Francis Borland: The History of Darien 1700. o.n.A. 1779, S. 7 (Digitalisat, Google, vollständige Ansicht);
    Darien, or Terra Firma Proper. Eintrag in: Richard Brookes: Brookes's General Gazetteer Improved. Verlag Johnson and Warner, 1812 (o. S.) (Digitalisat, Google, vollständige Ansicht in der Google-Buchsuche).



  2. Vergl. The Nautical Magazine and Naval Chronicle for 1869. Cambridge Library Collection, o.n.A., S. 265 (Neuauflage Cambridge University Press, 2013, ISBN 9781108054874; eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).


  3. United Nations, Department of Economic and Social Affairs: World Population Prospects: The 2010 Revision, Daten online abrufbar


  4. ab Alvaro de la Ossa: Der zentralamerikanische Integrationsprozess. Ende einer Entwicklungsalternative, Ibero-Amerikanisches Institut, Preußischer Kulturbesitz Berlin (Hrsg.) (=  Ibero-Analysen), 1. Auflage, Band Vol. 6, Ibero-Amerikanisches Institut Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Berlin 2000, ISBN 978-3-9803291-9-4. S. 2.


  5. Alvaro de la Ossa: Der zentralamerikanische Integrationsprozess. Ende einer Entwicklungsalternative. S. 7.








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