Der Landkreis Südwestpfalz ist eine Gebietskörperschaft im Süden von Rheinland-Pfalz. Sitz der Kreisverwaltung ist die kreisfreie Stadt Pirmasens, die komplett vom Landkreis umschlossen ist und kein Teil des Landkreises ist. Bevölkerungsreichste Kommune ist die Stadt Rodalben. Der Landkreis grenzt sowohl an das Saarland als auch an Frankreich.
Inhaltsverzeichnis 1 Geographie 1.1 Lage 1.2 Nachbarkreise 2 Geschichte 3 Einwohnerentwicklung 4 Politik 4.1 Kreistag 4.2 Landräte 4.3 Wappen und Flagge 5 Wirtschaft und Verkehr 6 Städte und Gemeinden 7 Kfz-Kennzeichen 8 Einzelnachweise 9 Weblinks Geographie | Lage | Der Landkreis Südwestpfalz weist eine zweigeteilte landschaftliche Gliederung auf. Im Osten liegen die Hügel des Pfälzerwaldes. Auf Sandsteinfelsen breitet sich hier eine abwechslungsreiche Waldlandschaft aus, unterbrochen von Talauen verschiedener Bäche. Die Quelle des Lauterbachs liegt in der Nähe von Pirmasens. Im Dahner Felsenland, in dem freistehende Sandsteinfelsen stehen, wird Tourismus betrieben.
Der Westen des Kreisgebietes hat Anteil an der Westricher Hochfläche, und wird von offenen, landwirtschaftlich geprägten Landschaften dominiert. Im äußersten Südwesten des Kreises liegt Hornbach, dessen ehemaliges Benediktinerkloster eines der bedeutendsten Kultur- und Entwicklungszentren des Deutschen Reiches im Hochmittelalter war.
Nachbarkreise | Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Südwesten beginnend an den Saarpfalz-Kreis (im Saarland), an die kreisfreie Stadt Zweibrücken und an die Landkreise Kaiserslautern und Bad Dürkheim, an eine Exklave der kreisfreien Stadt Landau in der Pfalz sowie an den Landkreis Südliche Weinstraße (alle in Rheinland-Pfalz). Im Süden grenzt er an die französischen Landkreise Hagenau-Weißenburg und Saargemünd und somit an die Départements Bas-Rhin und Moselle. Die kreisfreie Stadt Pirmasens ist ganz vom Landkreis Südwestpfalz umschlossen.
Geschichte | Das Gebiet des heutigen Kreises war vor 1800 in zahlreiche Herrschaftsgebiete zersplittert. Die bedeutendsten waren das Kurfürstentum Pfalz, die Grafschaft Hanau-Lichtenberg und das Herzogtum Pfalz-Zweibrücken. Ab 1816 gehörte es zu Bayern. Dieses bildete 1818 u. a. das Landkommissariat Pirmasens, aus dem 1862 das Bezirksamt Pirmasens hervorging.
Am 1. März 1920 schied die Stadt Pirmasens aus dem Bezirksamt Pirmasens aus und wurde zur kreisunmittelbaren Stadt. 1939 wurde das Bezirksamt wie alle bayerischen Bezirksämter in Landkreis umbenannt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Landkreis Teil der französischen Besatzungszone. Der Landkreis Pirmasens wurde 1946 Bestandteil des Landes Rheinland-Pfalz[2] , zunächst im Regierungsbezirk Pfalz.
Im Rahmen der Gebietsreformen in Rheinland-Pfalz gab es zunächst am 7. Juni 1969 mehrere Gebietsänderungen:
Die Gemeinden Höhmühlbach und Wallhalben wechselten aus dem Landkreis Pirmasens in den Landkreis Zweibrücken. Aus dem aufgelösten Landkreis Bad Bergzabern wechselten die Gemeinden Darstein, Dimbach, Lug, Schwanheim, Spirkelbach und Wilgartswiesen in den Landkreis Pirmasens. Die Gemeinden Erlenbrunn, Fehrbach, Hengsberg und Winzeln sowie der Ortsteil Niedersimten der Gemeinde Simten schieden aus dem Landkreis aus und wurden in die kreisfreie Stadt Pirmasens eingegliedert. Am 22. April 1972 erfolgten weitere Gebietsänderungen:[3]
Der größte Teil des aufgelösten Landkreises Zweibrücken, bestehend aus der Stadt Hornbach sowie den Gemeinden Althornbach, Battweiler, Bechhofen, Biedershausen, Bottenbach, Contwig, Dellfeld, Dietrichingen, Großbundenbach, Großsteinhausen, Käshofen, Kleinbundenbach, Kleinsteinhausen, Knopp-Labach, Krähenberg, Maßweiler, Mauschbach, Reifenberg, Riedelberg, Rieschweiler-Mühlbach, Rosenkopf, Schmitshausen, Wallhalben, Walshausen, Wiesbach und Winterbach wurde in den Landkreis Pirmasens eingegliedert. Die Gemeinden Gersbach und Windsberg schieden aus dem Landkreis aus und wurden in die kreisfreie Stadt Pirmasens eingegliedert. Die Gemeinde Schopp wechselte aus dem Landkreis Pirmasens in den Landkreis Kaiserslautern. Im Gegenzug wechselte die Gemeinde Obernheim-Kirchenarnbach aus dem Landkreis Kaiserslautern in den Landkreis Pirmasens. Der Landkreis Pirmasens wurde am 1. Januar 1997 in Landkreis Südwestpfalz umbenannt.
Der Sitz der Kreisverwaltung befand sich lange im Bezirksamt in der Bahnhofstraße in Pirmasens, das 1923/24 zeitweise von Pfälzer Separatisten besetzt war. Bei der Vertreibung der Separatisten wurde es in Brand gesteckt und musste im Anschluss wiederaufgebaut werden. In der Nachkriegszeit wurde das Gebäude zu klein und man errichtete eine neue Kreisverwaltung auf dem Sommerwald.
Einwohnerentwicklung | Jahr Einwohner Quelle 1864 41.800 [4] 1885 50.383 [5] 1900 71.072 [6] 1910 86.981 [6] 1925 54.506 [6] 1939 64.147 [6] 1950 67.341 [6] 1960 76.200 [6] 1970 80.800 [7] 1980 98.700 [8] 1990 100.300 [9] 2000 105.400 [10] 2010 98.887 2016 95.957
Politik | Kreistagswahl im Landkreis Südwestpfalz 2014
40,2 %
29,5 %
13,4 %
6,3 %
5,0 %
3,4 %
2,3 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
+1,4 %p
+0,6 %p
+1,4 %p
+0,6 %p
-4,8 %p
+1,4 %p
-0,4 %p
Kreistag | Bei den Kreistagswahlen am 25. Mai 2014 ergab sich folgendes Ergebnis:
Parteien und Wählergemeinschaften % 2014 Sitze 2014 % 2009 Sitze 2009 % 2004 Sitze 2004 % 1999 Sitze 1999 CDU40,2 17 38,8 16 48,4 20 47,9 20 SPD29,5 12 28,9 12 25,6 11 33,7 14 FWG13,4 6 12,0 5 13,5 6 9,1 4 Grüne6,3 3 5,7 3 5,7 2 4,6 2 FDP5,0 2 9,8 4 6,8 3 4,8 2 LINKE3,4 1 2,0 1 – – – – NPD2,3 1 2,7 1 – – – – gesamt 100,0 42 100,0 42 100,0 42 100,0 42 Wahlbeteiligung in % 67,3 67,1 68,4 74,0
CDU und SPD bilden im Kreistag eine Koalition.[11]
Landräte | 1945–194800 Herbert Schohl 1948–194900 Franz Theato (SPD) 1949–197200 Ludwig Rieth 1972–197900 Klaus-Dieter Uelhoff (CDU) 1979–201700 Hans Jörg Duppré (CDU) 2017–000000 Susanne Ganster (CDU) Wappen und Flagge | Der Landkreis Südwestpfalz führt ein Wappen sowie eine Hiss- und Bannerflagge.
Blasonierung: „Gespalten: Rechts in Gold drei rote Sparren übereinander, links in Schwarz ein rot gekrönter und bewehrter goldener Löwe.“Wappenbegründung: Der Löwe symbolisiert das Kurfürstentum Pfalz, die Sparren die Grafschaft Hanau-Lichtenberg. Beide Herrschaften teilten sich vor 1800 das überwiegende Kreisgebiet. Das Wappen wurde am 20. Dezember 1972 genehmigt.
Siehe auch : Liste der Wappen im Landkreis Südwestpfalz
Wirtschaft und Verkehr | Im Zukunftsatlas 2016 belegte der Landkreis Südwestpfalz Platz 314 von 402 Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Regionen mit „Zukunftsrisiken“.[12]
Mit 15.349 Euro hat der Landkreis Südwestpfalz das niedrigste Bruttoinlandsprodukt pro Kopf unter allen Städten und Kreisen in Deutschland.[13]
Verkehr | Durch das Kreisgebiet führen die Bundesautobahnen 8 (Perl–Zweibrücken–Pirmasens) sowie 62 (Pirmasens–Landstuhl). Ferner wird das Kreisgebiet von mehreren Bundesstraßen und Kreisstraßen erschlossen, darunter die B 10, B 270 und die B 427.
Die wichtigste Bahnlinie, die das Kreisgebiet durchquert, ist die in Ost-West-Richtung verlaufende Bahnstrecke Landau–Rohrbach, die den überregionalen Verkehr inzwischen eingebüßt hat. Ebenfalls an Bedeutung verloren hat die Biebermühlbahn, die Pirmasens mit Kaiserslautern verbindet und die von Pirmasens Nord bis Steinalben im Landkreis verläuft. Ausschließlich im Freizeitverkehr bedient wird die Wieslauterbahn von Hinterweidenthal Ost nach Bundenthal-Rumbach. Von 1913 bis 1971 existierte die Hornbachbahn, die Althornbach und Hornbach an das Eisenbahnnetz anband. Von 1921 bis 1930 gab es außerdem noch die schmalspurige Wasgauwaldbahn von Bundenthal nach Ludwigswinkel.
Städte und Gemeinden | Verbandsgemeinden mit ihren verbandsangehörigen Städten und Gemeinden
(Einwohnerzahlen vom 31. Dezember 2017[1] ; Sitz jeder Verbandsgemeinde mit * markiert)
Verbandsgemeinde Dahner Felsenland Bobenthal (286) Bruchweiler-Bärenbach (1545) Bundenthal (1121) Busenberg (1196) Dahn, Stadt * (4617) Erfweiler (1193) Erlenbach bei Dahn (318) Fischbach bei Dahn (1522) Hirschthal (119) Ludwigswinkel (740) Niederschlettenbach (297) Nothweiler (140) Rumbach (447) Schindhard (552) Schönau (Pfalz) (426)Verbandsgemeinde Hauenstein Darstein (192) Dimbach (188) Hauenstein (Pfalz) * (3961) Hinterweidenthal (1531) Lug (Pfalz) (587) Schwanheim (Pfalz) (587) Spirkelbach (691) Wilgartswiesen (1009)Verbandsgemeinde Rodalben Clausen (1403) Donsieders (960) Leimen (Pfalz) (928) Merzalben (1153) Münchweiler an der Rodalb (2853) Rodalben, Stadt * (6743)Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben Biedershausen (191) Herschberg (820) Hettenhausen (231) Höheischweiler (865) Höhfröschen (883) Knopp-Labach (425) Krähenberg (161) Maßweiler (982) Nünschweiler (742) Obernheim-Kirchenarnbach (1643) Petersberg (880) Reifenberg (793) Rieschweiler-Mühlbach (2056) Saalstadt (322) Schauerberg (194) Schmitshausen (412) Thaleischweiler-Fröschen * (3317) Wallhalben (864) Weselberg (1284) Winterbach (Pfalz) (500)Verbandsgemeinde Waldfischbach-Burgalben Geiselberg (790) Heltersberg (2023) Hermersberg (1730) Höheinöd (1248) Horbach (Pfalz) (534) Schmalenberg (778) Steinalben (386) Waldfischbach-Burgalben * (4654)Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land [Sitz: Zweibrücken] Althornbach (693) Battweiler (692) Bechhofen (2141) Contwig (4880) Dellfeld (1390) Dietrichingen (354) Großbundenbach (337) Großsteinhausen (596) Hornbach, Stadt (1472) Käshofen (671) Kleinbundenbach (439) Kleinsteinhausen (757) Mauschbach (301) Riedelberg (478) Rosenkopf (359) Walshausen (304) Wiesbach (510)Verbandsgemeinde Pirmasens-Land [Sitz: Pirmasens] Bottenbach (745) Eppenbrunn (1342) Hilst (320) Kröppen (682) Lemberg (3813) Obersimten (632) Ruppertsweiler (1478) Schweix (303) Trulben (1119) Vinningen (1653)Ehemalige Gemeinden Burgalben, am 7. Juni 1969 zu Waldfischbach-Burgalben Fröschen, 1959 aufgelöst Harsberg, am 7. Juni 1969 zu Weselberg Thaleischweiler, am 7. Juni 1969 zu Thaleischweiler-Fröschen Thalfröschen, am 7. Juni 1969 zu Thaleischweiler-Fröschen Waldfischbach, am 7. Juni 1969 zu Waldfischbach-Burgalben Wieslautern, am 17. Juni 1989 aufgelöst Zeselberg, am 7. Juni 1969 zu WeselbergListen zu dem Begriff „Gebietsveränderungen“ siehe Gebietsreformen in Rheinland-Pfalz
Kfz-Kennzeichen | Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen PS zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben. Seit dem 2. Februar 2015 ist auch das Unterscheidungszeichen ZW (Zweibrücken) erhältlich.
Einzelnachweise | ↑ a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2017, Gemeindeebene (Hilfe dazu). ↑ Amtsblatt des französischen Oberkommandos in Deutschland, Nr. 35 (1946), S. 292 ↑ Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006 (Memento vom 22. Dezember 2017 im Internet Archive ) (= Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz [Hrsg.]: Statistische Bände . Band 393 ). Bad Ems März 2006, S. 205 (PDF; 2,6 MB). Info: Es liegt ein aktuelles Verzeichnis (2016) vor, das aber im Abschnitt „Gebietsänderungen – Territoriale Verwaltungsreform“ keine Einwohnerzahlen angibt. ↑ Eugen Hartmann: Statistik des Königreiches Bayern . Hrsg.: Königlich bayerisches statistisches Bureau. München 1866, Einwohnerzahlen der Bezirksämter 1864, S. 74 (Digitalisat). ↑ Königlich bayerisches statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern . München 1888, Einwohnerzahlen der Bezirksämter 1885, S. VI (Digitalisat). ↑ a b c d e f Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. pirmasens.html. Abgerufen im September 2018 (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006). ↑ Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1972 ↑ Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1981 ↑ Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1992 ↑ Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 2002 ↑ http://www.rheinpfalz.de/lokal/zweibruecker-rundschau/artikel/cdu-und-spd-setzen-koalition-im-kreistag-fort/ ↑ Zukunftsatlas 2016. Archiviert vom Original am 2. Oktober 2017 ; abgerufen am 23. März 2018 . Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1 @2 Vorlage:Webachiv/IABot/www.prognos.com ↑ Statistisches Landesamt Baden-Württemberg: Aktuelle Ergebnisse – VGR dL. Abgerufen am 27. März 2018 . Weblinks | Commons: Landkreis Südwestpfalz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Offizielle Website des Landkreises Südwestpfalz Literatur von und über Landkreis Südwestpfalz im Katalog der Deutschen NationalbibliothekLiteratur über Landkreis Südwestpfalz in der Rheinland-Pfälzischen Landesbibliographie .mw-parser-output div.NavFrameborder:1px solid #A2A9B1;clear:both;font-size:95%;margin-top:1.5em;min-height:0;padding:2px;text-align:center.mw-parser-output div.NavPicfloat:left;padding:2px.mw-parser-output div.NavHeadbackground-color:#EAECF0;font-weight:bold.mw-parser-output div.NavFrame:afterclear:both;content:"";display:block.mw-parser-output div.NavFrame+div.NavFrame,.mw-parser-output div.NavFrame+link+div.NavFramemargin-top:-1px.mw-parser-output .NavTogglefloat:right;font-size:x-small Landkreise und kreisfreie Städte in Rheinland-Pfalz
Landkreise: Ahrweiler | Altenkirchen (Westerwald) | Alzey-Worms | Bad Dürkheim | Bad Kreuznach | Bernkastel-Wittlich | Birkenfeld | Cochem-Zell | Donnersbergkreis | Eifelkreis Bitburg-Prüm | Germersheim | Kaiserslautern | Kusel | Mainz-Bingen | Mayen-Koblenz | Neuwied | Rhein-Hunsrück-Kreis | Rhein-Lahn-Kreis | Rhein-Pfalz-Kreis | Südliche Weinstraße | Südwestpfalz | Trier-Saarburg | Vulkaneifel | Westerwaldkreis
Kreisfreie Städte: Frankenthal (Pfalz) | Kaiserslautern | Koblenz | Landau in der Pfalz | Ludwigshafen am Rhein | Mainz | Neustadt an der Weinstraße | Pirmasens | Speyer | Trier | Worms | Zweibrücken
Normdaten (Geografikum): GND: 4046146-4 (AKS) | VIAF: 242536731