Dahn ist eine Stadt im Landkreis Südwestpfalz in Rheinland-Pfalz und gemessen an der Einwohnerzahl seine viertgrößte Ortsgemeinde. Sie ist Verwaltungssitz der Verbandsgemeinde Dahner Felsenland, der sie auch angehört. Dahn ist ein staatlich anerkannter Luftkurort und gemäß Landesplanung als Mittelzentrum ausgewiesen.[2]
Inhaltsverzeichnis 1 Geographie 1.1 Lage 1.2 Erhebungen 1.3 Gewässer 2 Geschichte 3 Einwohnerentwicklung 4 Politik 4.1 Stadtrat 4.2 Wappen 4.3 Partnergemeinde 5 Kultur und Sehenswürdigkeiten 6 Wirtschaft und Infrastruktur 6.1 Wirtschaft 6.2 Verkehr 6.3 Bildung 6.4 Gesundheitswesen 6.5 Sport 7 Persönlichkeiten 7.1 Ehrenbürger 7.2 Söhne und Töchter der Stadt 7.3 Persönlichkeiten, die mit der Stadt verbunden sind 8 Weblinks 9 Einzelnachweise Geographie | Lage | Die Stadt liegt in der Region Pfalz auf 210 m ü. NHN in einem Tal des Dahner Felsenlandes, das zum südlichen Pfälzerwald, dem deutschen Teil des Wasgaus, gehört. Nur 10 km südlich verläuft die Grenze zum französischen Elsass. Zu Dahn gehören die Weiler und Wohnplätze Büttelwoog, Fischwoogmühle, Neudahner Weiher und Reichenbach.[3] Nachbargemeinden Dahns sind – von Norden im Uhrzeigersinn – Hinterweidenthal, Hauenstein, Erfweiler, Schindhard, Bruchweiler-Bärenbach, Fischbach bei Dahn und Lemberg.
Erhebungen | Unmittelbar südöstlich des Siedlungsgebiets an der Grenze zu Erfweiler erhebt sich der 323,1 Meter hohe Schlossberg. Weiter nördlich – ebenfalls in Siedlungsnähe – erstreckt sich der 420,9 Meter messende Hochberg. Im Südwesten der Gemarkung weit abseits der Bebauung befindet sich der 513 Meter hohe Große Eyberg und weiter westlich der Kaletschkopf (453,1 Meter). Im Nordwesten an der Gemarkungsgrenze zu Lemberg erhebt sich der Bichtenberg (400 Meter).
Gewässer | Dahn wird von Nordwest nach Südost von der Lauter durchflossen, die am Oberlauf Wieslauter genannt wird und ein linker Zufluss des Rheins ist. Im Norden enstpsringt der nach Nordwesten verlaufende Seebach, der jedoch auf Gemarkung von Hinterweidenthal in die Lauter mündet. Durch den Nordwesten der Waldgemarkung verläuft der Moosbach, der von links den Moosgraben und von rechts den Seibertsbach aufnimmt und schließlich ebenfalls von rechts in die Lauter mündet. Am südlichen Rand der Bebauung fließt der Heimbach entlang. Der Langenbach bildet teilweise die Grenze zu Erfweiler und Schindhard. Im Südosten bildet der Geiersteinbach die Grenze zu Bruchweiler-Bärenbach. Lediglich im Südwesten der Gemarkung entspringen der Spießbach sowie sein linker Nebenfluss Roßbach, die über die Sauer entwässern.
Geschichte | Die Ritter von Than waren als Lehnsleute des Fürstbischofs von Speyer über vierhundert Jahre lang die Herren des Orts; wie im Mittelalter häufig geschehen, wurde der bei der Burg gelegene Ort nach dem Geschlecht des (meist chronologisch ersten) Adelsgeschlechts benannt. Seit dem Aussterben des Rittergeschlechts im Jahr 1603 war Dahn bis zu den Französischen Revolutionskriegen (1792/97) Sitz eines Amts des Hochstifts Speyer.
Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war Dahn Sitz eines gleichnamigen Kantons. 1815 wurde der Ort Österreich zugeschlagen. Bereits ein Jahr später wechselte die Gemeinde in das Königreich Bayern. Ab 1818 war der Ort Bestandteil des Landkommissariat Pirmasens, das 1862 in ein Bezirksamt umgewandelt wurde.
1939 wurde Dahn in den Landkreis Pirmasens (ab 1997 Landkreis Südwestpfalz ) eingegliedert. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Gemeinde innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Dahn erhielt relativ spät die Stadtrechte. Dem Antrag auf Verleihung vom 24. Januar 1963 gab das Land Rheinland-Pfalz am 27. Oktober desselben Jahres statt. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wurde die Stadt Sitz der der neu geschaffenen Verbandsgemeinde Dahner Felsenland, der sie ebenso angehört.
Einwohnerentwicklung | Das Diagramm zeigt die Entwicklung der Einwohnerzahl; die Werte bis 1961 sowie von 1970 und 1987 sind Ergebnisse von Volkszählungen, 2011 basiert auf dem Zensus 2011. Alle anderen Werte sind Fortschreibungen auf Basis der jeweils vorangegangenen Volkszählung bzw. des Zensus 2011.[4]
Jahr Einwohner 1815 942 1835 1.295 1871 1.390 1905 1.654 1939 2.718 1950 2.834 1961 4.057 1965 4.351 1970 4.561
Jahr Einwohner 1975 4.696 1980 4.666 1985 4.590 1990 4.903 1995 5.164 2000 5.022 2005 4.800 2010 4.497 2015 4.595
Politik | Stadtrat | Gewinne und Verluste
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Der Stadtrat in Dahn besteht aus 20 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Stadtbürgermeister als Vorsitzendem.
Die Sitzverteilung im Stadtrat:[5]
Wahl SPD CDU FDP FD WGK Gesamt 2014 6 9 – 3 2 20 Sitze 2009 7 8 3 – 2 20 Sitze 2004 4 12 1 – 3 20 Sitze
FD = Wählergruppe Für Dahn e. V. WGK = Wählergruppe Koch Wappen | Aufgrund historischer Erkenntnisse wurde das Wappen von Dahn 1952 neu gestaltet.
Blasonierung: „Gespalten durch eine erhöhte eingebogene goldene Spitze, darin eine grüne Tanne auf grünem Hügel, von Blau und Rot; vorn ein durchgehendes silbernes Kreuz, hinten ein silberner Adler.“Wappenbegründung: Die Tanne als vermutetes Symbol für den Ortsnamen war früher das alleinige Dahner Siegelbild. Das neue Wappen berücksichtigte folgende Voraussetzungen: Da die Ritter von Than über vierhundert Jahre lang die Herren des Ortes Dahn waren, wurde der weiße Adler auf rotem Feld ihrem Wappen entnommen, das drei weiße Adler zeigt (die möglicherweise die aus drei Burgen bestehende Dahner Burgengruppe symbolisieren). Später war Dahn bis zum Übergreifen der Französischen Revolution nach Südwestdeutschland Sitz eines Amtes des Hochstifts Speyer, weshalb von diesem das weiße Kreuz übernommen wurde. Die Tanne verblieb als Erinnerung an den Ortsnamen, an das alte Gerichtssiegel und an die landschaftliche Lage des Ortes im Pfälzerwald.
Partnergemeinde | Seit 1971 ist Wasselonne im Elsass Partnergemeinde von Dahn.
Kultur und Sehenswürdigkeiten |
Wahrzeichen: Der Jungfernsprung
Ehrenmal für die Gefallenen der beiden Weltkriege
Der Ort wird vom Jungfernsprung überragt, einem etwa 70 m hohen steilen Felsen, der als Teil des Klettergebiets Südpfalz im Sommer oft das Ziel von Sportkletterern ist und zu dem eine alte Sage existiert.
In Dahns Umgebung befinden sich die Burgen Altdahn, Grafendahn und Tanstein, auch als Dahner Burgengruppe bekannt, sowie die Burgen Neudahn und Gerstbergerkopf.
Noch heute bilden die Wälder rund um Dahn einen der „Lebensräume“ für das Fabelwesen Elwetritsch, dem in Dahn ein Elwetritsche-Lehrpfad , ein Elwetritsche-Wanderweg , ein Elwetritsche-Brunnen und weitere „Denkmäler“ gewidmet sind.
2008 wurden zwei sogenannte Premiumwanderwege angelegt. Die Felsentour ist ein außergewöhnlicher Rundwanderweg entlang beeindruckender Felsformationen, auf der Gespenstertour lernt der Wanderer Burgen und Felsen kennen.
Im Süden der Stadt, am Rande der Felsgruppe Hochstein, liegt der Dahner Ehrenfriedhof für 2412 im Zweiten Weltkrieg gefallene Soldaten.
Seit November 2007 erinnern im Stadtbereich Stolpersteine[6] an diejenigen Einwohner, die in der Zeit des Nationalsozialismus ermordet wurden.
Siehe auch : Liste der Kulturdenkmäler in Dahn und Liste der Naturdenkmale in Dahn
Wirtschaft und Infrastruktur | Wirtschaft | In der strukturschwachen Südwestpfalz muss Dahn ohne nennenswerte Industrie auskommen. Die Probleme lassen sich auch daraus ersehen, dass die Einwohnerzahl sich rückläufig entwickelt. Einzig der Tourismus zeigt angesichts der weitgehend intakten, zum Teil sogar spektakulären Natur einen positiven Trend.
Verkehr | Mitten durch Dahn führt die Bundesstraße 427 (Hinterweidenthal–Bad Bergzabern). Der ursprünglich vorgesehene Streckenschluss der A 8 (Pirmasens–Karlsruhe) an Dahn vorbei wurde nie realisiert. Eine kleinere Ortsumgehung ist aber für die Zukunft geplant.
In Dahn verfügt die Wieslauterbahn, die seit 1997 im Ausflugsverkehr betrieben wird, mit dem Bahnhof und den Haltepunkten Moosbachtal, Dahn Süd sowie Busenberg-Schindhard über vier Stationen. Die Züge verkehren mittwochs, samstags sowie an Sonn- und Feiertagen von Mai bis Oktober sowie alljährlich zum Martinimarkt und zum Dahner Faschingsumzug. Der reguläre Personenzugbetrieb war 1966 eingestellt worden.
Bildung | Die Grundschule Dahn versorgt die Stadt sowie die Gemeinden Schindhard und Erfweiler. Das Schulzentrum Dahn mit einer Realschule plus und dem Otfried-von-Weißenburg-Gymnasium Dahn hat als Einzugsgebiet den westlichen Wasgau. Das Gymnasium ist das einzige im Landkreis Südwestpfalz. Im Gebäude der ehemaligen Ritter-von-Tann-Förderschule befinden sich jetzt Lehrräume der Kreisvolkshochschule Südwestpfalz sowie die Mensa des Schulzentrums. Von 1958 bis 1994 betrieb die katholische Kirche das Studienheim St. Pirmin der Diözese Speyer, ein Internat für männliche Schüler, das nach dem heiligen Pirminius benannt war.
Gesundheitswesen | Das allgemeine St.-Josef-Krankenhaus der Stadt wurde zum Jahresende 2005 aus Kostengründen geschlossen. In der Felsenland-Klinik für Psychotherapie wird eine spezielle Technik der psychoanalytischen Hypnose (Hypnotherapie) praktiziert, die dort entwickelt wurde. Außerdem verfügt Dahn über eine Außenwohngruppe des Pfalzklinikums für Psychiatrie und Neurologie. Die Josefs-Gesellschaft wandelte das frühere Studienheim in eine Einrichtung für Behinderte um, die unter dem Namen Conrad-von-Wendt-Haus firmiert.
Sport | Im Südwesten von Dahn befindet sich das Erlebnisbad Felsland Badeparadies . 1977 wurde in Dahn die Unterhaltungssendung Spiel ohne Grenzen ausgetragen. Vom 1. bis 7. August 2010 war Dahn Austragungsort der Weltmeisterschaft im Feldbogenschießen.[7] Mit dem FC Dahn existiert vor Ort zudem ein Fußballverein.
Persönlichkeiten | Ehrenbürger | Ludwig Foohs (1854–1925), Rentamtmann und Förderer der Wieslauterbahn Eugen Antoni (1864–1936), PädagogeSöhne und Töchter der Stadt | Ingbert Naab (1885–1935), Kapuzinerpater und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus, nach dem die Ingbert-Naab-Straße in Dahn benannt ist Theodor Schaller (1900–1993), Theologe und Kirchenpräsident Jürgen Horlemann (1941–1995), Politiker (KPD/AO), Autor und Verleger Günter Barudio (* 1942), Historiker und Autor Hans Eippert (* 1945), Fußballspieler und Fußballtrainer Stefan Baron (* 1948), Konzernsprecher der Deutschen Bank Thomas G. Schattner (* 1955), Archäologe Martin Kissel (* 1958), Hörfunkjournalist Theodor Kissel (* 1962), Althistoriker und Autor Thomas Andelfinger (* 1964), Jazzgitarrist und Komponist Regina Reim (* 1965), Malerin und Tiefdruckerin Alexander Fuhr (* 1969), rheinland-pfälzischer Landtagsabgeordneter (SPD), Stadtbürgermeister Rüdiger Ruppert (* 1970), SchlagzeugerPersönlichkeiten, die mit der Stadt verbunden sind | Otto Gümbel (1876–1943), Eisenbahner und SA-Führer, lebte während seiner Kindheit in Dahn Oswald Damian (1889–1978), protestantischer Pfarrer, Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus, lebte zeitweise in Dahn. Fritz Korter (1892–1945), Bildhauer, schuf das Dahner Kriegerdenkmal auf dem Marktplatz. Friedl Rinder (1905–2001), Schachspielerin, gewann 1959 in Dahn die Deutsche Schachmeisterschaft der Damen. Heiner Geißler (1930–2017), Politiker (CDU), Bundesminister, hatte sein Büro in Dahn. Klaus-Dieter Uelhoff (* 1936), Politiker (CDU), ehemals Landrat und Staatssekretär, lebt in Dahn. Helga Axt (* 1937), Schachspielerin, verunglückte 1959 während der Deutschen Schachmeisterschaft der Damen in Dahn beim Versuch, den Jungfernsprung zu erklettern. Sigmar Kratzin (* 1940), Lehrer und Maler, lebt in Dahn. Veronika Olma (* 1962), Bildende Künstlerin, hatte 2016 vor Ort die Ausstellung Zusammengesetzte Wirklichkeit – reality recomposed Klaus Scheidel (1970–2011), Bogenschütze, war 2010 bei der World Field Archery Championship in Dahn Weltmeister in der Klasse Bowhunter-Recurve.Weblinks | Commons: Dahn – Sammlung von Bildern
Literatur über Dahn in der Rheinland-Pfälzischen Landesbibliographie Einzelnachweise | ↑ Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2017, Gemeindeebene (Hilfe dazu). ↑ Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten. ↑ Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: Januar 2018, S. 108 (PDF; 2,2 MB). ↑ Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten. ↑ a b Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen. ↑ Die erste Sekunde der Ewigkeit. Verlag PfalzMundArt, abgerufen am 28. April 2014 . ↑ Offizielle Website der World Field Archery Championship 2010. .mw-parser-output div.NavFrameborder:1px solid #A2A9B1;clear:both;font-size:95%;margin-top:1.5em;min-height:0;padding:2px;text-align:center.mw-parser-output div.NavPicfloat:left;padding:2px.mw-parser-output div.NavHeadbackground-color:#EAECF0;font-weight:bold.mw-parser-output div.NavFrame:afterclear:both;content:"";display:block.mw-parser-output div.NavFrame+div.NavFrame,.mw-parser-output div.NavFrame+link+div.NavFramemargin-top:-1px.mw-parser-output .NavTogglefloat:right;font-size:x-smallStädte und Gemeinden im Landkreis Südwestpfalz
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