Württemberg (Weinanbaugebiet)
Daten | |
|---|---|
Weinbaugebiet: | Württemberg |
Bundesländer: | Baden-Württemberg, Bayern |
| Weinanbau seit: | 2. Jahrhundert |
| Fläche: | 11.345 Hektar (2011)[1] |
| Weinproduktion: | 1.001.299 hl (2011) |
| Anteil Qualitätswein: | ca. 60–85 % AOC |
| Website: | www.wvwue.de |
Karte | |
Süddeutschland: Weinbaugebiet Württemberg (braun, Nr. 13) | |
Im Weinbaugebiet Württemberg wird Wein angebaut, der als Württemberger Wein nach § 3 Abs. 1 Nr. 13 Weingesetz verkauft wird. Im Jahre 2008 erreichte der „Württemberger“ einen Anteil von 11,4 % an der deutschen Weinerzeugung. Der Wein aus Württemberg ist berühmt für seine Rotweinlagen. Die häufigsten Rebsorten sind Trollinger (rot) und Riesling (weiß). Durch das Weinbaugebiet führt seit Oktober 2004 die Württemberger Weinstraße, die aus der Schwäbischen Weinstraße hervorgegangen ist.
Inhaltsverzeichnis
1 Geographische Lage und Klima
2 Geologie im Weinbaugebiet
3 Gebietseinteilung (Bereiche, Großlagen)
3.1 Bereich Württembergischer Bodensee
3.2 Bereich Bayerischer Bodensee
3.3 Bereich Kocher-Jagst-Tauber
3.4 Bereich Remstal-Stuttgart
3.5 Bereich Oberer Neckar
3.6 Bereich Württembergisch Unterland
4 Typische Rebsorten
5 Qualitätsstufen
6 Geschichte
7 Württembergische Weinkönigin
8 Sonstiges
9 Literatur
10 Weblinks
11 Einzelnachweise
Geographische Lage und Klima |
Das Weinbaugebiet Württemberg liegt im Süden Deutschlands. Es erstreckt sich zwischen dem nördlichen Bereich Kocher-Jagst-Tauber, der an das Weinbaugebiet Franken anschließt und für seine spritzigen Weißweine bekannt ist, entlang dem Neckartal über Heilbronn und Stuttgart bis Tübingen. Ein kleiner Bereich am württembergischen Ufer des Bodensees in Kressbronn gehört ebenfalls dazu, und auch die Weinlagen am bayerischen Bodenseeufer bei Lindau sind weingeographisch Württemberg angegliedert.
Das günstige Mikroklima entlang des Neckars und die hitzigen Muschelkalk- und Keuperböden lassen ausdrucksstarke Rotweine gedeihen. Heiße Sommer und sonnige Herbsttage sorgen für hohe Qualität und gute Ernteerträge. Winterfröste im kontinental geprägten Klima führen in manchen Jahren zu Ertragseinbußen.
Im Stuttgarter Raum und in der Esslinger Gegend wachsen an den Steilhängen des Neckartals füllige, charaktervolle Trollinger, rassige und fruchtige Rieslingweine und würzige Kerner. Der Boden und das warme Klima eignen sich ebenso für Müller-Thurgau, Portugieser und Dornfelder.
Brauner Jura und vulkanischer Boden drücken den sortentypischen Weinen um Neuffen und in Metzingen ihren Stempel auf. Zartnervig und fein, so deklariert der Kellermeister die hauptsächlich weißen Tropfen: Silvaner, Kerner, Müller-Thurgau und Spätburgunder. Diese Weine, am Fuße der Schwäbischen Alb gewachsen, werden auch als „Täleswein“ bezeichnet.
Geologie im Weinbaugebiet |
Weinsberg mit dem Schemelsberg und dem Burgberg
Zur typischen Geologie der Weingebiete am Neckar zählen felsige Hanglagen mit Mauerterrassen aus Muschelkalk-Bruchsteinen mit Fossilien sowie ebenfalls aus Muschelkalk-Brocken zusammengetragenen Steinriegeln. Die Böden der steilen Terrassenlagen im mittleren Neckarraum um Lauffen und Besigheim bestehen aus sehr flachgründigem verwitterten Muschelkalk. Aber auch im Bereich Kocher-Jagst-Tauber ist Muschelkalk prägend, die Böden sind sehr steinig. In weiten Teilen des württembergischen Unterlandes mit den Großlagen Stromberg/Heuchelberg sowie um Heilbronn, dem Weinsberger Tal und dem Anbaubereich Oberer Neckar um Tübingen bilden insbesondere die Schichten des Mittleren Keuper und die daraus hervorgegangenen Böden das Substrat der Rebhänge. Flache flussnahe Lagen um Lauffen (Neckar) bestehen vorwiegend aus angeschwemmten Sand-Löss-Böden.
Der Weinbau im Bereich der Großlage Hohenneuffen (Bereich Remstal-Stuttgart) wird von vulkanischen Gesteinen und Sedimentgesteinen des Braunjuras geprägt.
Die geologische Grundlage im Bereich Württemberger Bodensee sind überwiegend die Molasse-Sedimente aus dem Tertiär.
Gebietseinteilung (Bereiche, Großlagen) |
Innerhalb von Württemberg gibt es sechs Bereiche mit 17 Großlagen und mit über 200 Einzellagen.
Bereich Württembergischer Bodensee |
Keine Großlage
Ravensburg (Ort keine Großlagen): Rauenegg
Kressbronn am Bodensee (Ort keine Großlagen): Berghalde
Bereich Bayerischer Bodensee |
Großlage Lindauer Seegarten
Nonnenhorn (Ort): Seehalde – Sonnenbichl
Lindau (Bodensee) (Ort): Spitalhalde
Wasserburg (Bodensee) (Ort): Spitalhalde
Hattnau (Ort): Weinhalde
Bereich Kocher-Jagst-Tauber |
Großlage Tauberberg
Markelsheim (Ort): Mönchsberg – Probstberg
Weikersheim (Ort): Hardt – Schmecker – Karlsberg
Weikersheim-Elpersheim (Ort): Mönchsberg – Probstberg
Weikersheim-Schäftersheim (Ort): Klosterberg
Weikersheim-Laudenbach (Ortsteil von Weikersheim): Schafsteige
Weikersheim-Haagen (Ort): Schafsteige
Niederstetten (Ort): Schafsteige- Niederstetten Ortsteil Wermutshausen (Ort): Schafsteige
- Niederstetten Ortsteil Vorbachzimmern (Ort): Schafsteige
Niederstetten-Oberstetten (Ort): Schafsteige
Creglingen (Ort): Röthe
Creglingen-Reinsbronn (Ortsteil von Creglingen): Röthe
Möckmühl, Ammerlanden
Großlage Kocherberg
Dörzbach (Ort): Altenberg
Belsenberg (Ortsteil von Künzelsau): Heiligkreuz
Künzelsau (Ort): Hoher Berg
Ingelfingen (Ort): Hoher Berg
Ingelfingen-Criesbach (Ort): Hoher Berg – Burgstall
Niedernhall (Ort): Hoher Berg – Burgstall – Engweg – Altenberg
Weißbach (Ort): Engweg – Altenberg
Forchtenberg (Ort): Flatterberg
Forchtenberg-Ernsbach (Ort): Flatterberg
Bieringen (Ort): Schlüsselberg
Widdern (Ort): Hofberg
Neudenau (Ort): Hofberg
Herbolzheim (Ort): Hofberg
Siglingen (Ort): Hofberg
Möckmühl (Ort): Hofberg – Ammerlanden
Kochersteinsfeld (Ort): Rosenberg
großlagenfreie Gemarkungen
Creglingen-Archshofen (Ortsteil von Creglingen): einzellagenfrei
Bereich Remstal-Stuttgart |
Großlage Weinsteige – siehe Artikel Weinbau in Stuttgart
Hinweisschild Württemberger Weinstraße
Esslinger Neckarhalde
Gerlingen (Ort): Bopser
Leonberg (Ort): Ehrenberg
Stuttgart (Ort): Mönchhalde – Kriegsberg
Degerloch (Ortsteil von Stuttgart): Scharrenberg
Hohenheim (Ortsteil): Schlossberg
Bad Cannstatt (Ortsteil): Mönchhalde – Berg – Steinhalde – Zuckerle – Halde – Herzogenberg – Mönchberg
Feuerbach (Ortsteil): Berg
Zuffenhausen (Ortsteil): Berg
Wangen (Ortsteil): Berg
Münster (Ortsteil): Berg – Steinhalde – Zuckerle
Mühlhausen (Ortsteil): Steinhalde – Zuckerle
Hofen (Ortsteil): Zuckerle
Untertürkheim (Ortsteil): Herzogenberg – Mönchberg – Altenberg – Gips – Schlossberg
Rotenberg (Ortsteil): Schlossberg
Uhlbach (Ortsteil): Götzenberg
Gaisburg (Ortsteil): Abelsberg
Hedelfingen (Ortsteil): Lenzenberg
Rohracker (Ortsteil): Lenzenberg
Obertürkheim (Ortsteil): Kirchberg – Ailenberg
Fellbach (Ort): Goldberg - Lämmler
Esslingen am Neckar (Ort): Schenkenberg – Burg – Neckarhalde
Mettingen (Ortsteil von Esslingen): Kirchenburg – Schenkenberg
Plochingen (Ort): Hansen
Fellbacher Weinberge im Herbst
Großlage Kopf
Korb (Ort): Sommerhalde – Berg – Hörnle
Kleinheppach (Ort): Greiner
Waiblingen (Ort): Hörnle
Neustadt (Ort): Söhrenberg
Beinstein (Ort): Großmulde
Winnenden (Ort): Berg – Holzenberg – Roßberg- Winnenden Ortsteil Hanweiler (Ort): Berg
- Winnenden Ortsteil Bürg (Ort): Schloßberg
- Winnenden Ortsteil Breuningsweiler (Ort): Holzenberg
Großheppach (Ort): Wanne
Grunbach (Ort): Berghalde
Winterbach (Ort): Hungerberg
Schorndorf (Ort): Grafenberg
Großlage Wartbühl
Winnenden (Ort): Haselstein
Winnenden Ortsteil Baach (Ort): Himmelreich
Hertmannsweiler (Ort): Himmelreich
Breuningsweiler (Ort): Haselstein- Hanweiler (Ort): Maien
Waiblingen (Ort): Steingrüble
Korb (Ort): Steingrüble
Kleinheppach (Ort): Steingrüble – Sonnenberg
Großheppach (Ort): Steingrüble – Zügernberg
Beutelsbach (Ort): Sonnenberg – Altenberg – Käppele
Schnait (Ort): Sonnenberg – Altenberg
Endersbach (Ort): Wetzstein – Happenhalde
Strümpfelbach (Ort): Gastenklinge – Nonnenberg
Grunbach (Ort): Klinge
Geradstetten (Ort): Sonnenberg – Lichtenberg
Hebsack (Ort): Lichtenberg
Aichelberg (Aichwald) (Ort): Luginsland
Stetten im Remstal (Ort): Pulvermächer – Lindhälder – Brotwasser – Häder
Rommelshausen (Ort): Häder
Großlage Sonnenbühl
- Beutelsbach
- Schnait
- Strümpfelbach
- Endersbach
- Stetten im Remstal
- Rommelshausen
Großlage Hohenneuffen
Beuren: Schlosssteige
Frickenhausen: Schlosssteige
Frickenhausen-Linsenhofen: Schlosssteige
Kohlberg: Schlosssteige
Metzingen: Schlosssteige, Hofsteige
Neuhausen: Hofsteige
Neuffen-Kappishäusern: Schlosssteige
Neuffen: Schlosssteige
Weilheim an der Teck: Schlosssteige
Bereich Oberer Neckar |
Keine Großlagen
Entringen Pfaffenberg
Breitenholz Hinterhalde
Reutlingen Sommerhalde
Rottenburg Kapellenberg
Wurmlingen Kapellenberg
Wendelsheim Kapellenberg
Tübingen Sonnenhalde
Hirschau Sonnenhalde
Unterjesingen Sonnenhalde
Bereich Württembergisch Unterland |
Großlage Staufenberg
Scheuerberg bei Neckarsulm
Blick zum Heilbronner Wartberg
Neckarzimmern (Ort): Wallmauer – Götzhalde – Kirchweinberg
Gundelsheim (Ort): Himmelreich
Duttenberg (Ort): Schön
Offenau (Ort): Schön
Bretzfeld-Brettach (Ort): Berg
Untereisesheim (Ort): Vogelsang
Oedheim (Ort): Kayberg
Weinsberg (Ort): Kayberg
Binswangen (Ort): Kayberg
Neckarsulm (Ort): Scheuerberg
Erlenbach (Ort): Kayberg
Gellmersbach (Ort): Dezberg
Eberstadt (Ort): Dezberg
Ellhofen (Ort): Ranzenberg
Heilbronn (Ort): Stiftsberg – Wartberg – Stahlbühl
Horkheim (Ort): Stiftsberg
Talheim (Ort): Stiftsberg
Großlage Lindelberg
Kesselfeld (Ort): Schwobajörgle
Kesselfeld Ortsteil Obersöllbach (Ort): Margarete
Öhringen-Michelbach (Ort): Margarete – Dachsteiger
Öhringen-Verrenberg (Ort): Goldberg – Verrenberg
Pfedelbach (Ort): Goldberg
Pfedelbach-Untersteinbach (Ort): Dachsteiger
Pfedelbach-Harsberg (Ort): Dachsteiger
Pfedelbach-Oberohrn (Ort): Dachsteiger
Pfedelbach-Windischenbach (Ort): Goldberg
Heuholz (Ort): Dachsteiger
Pfedelbach-Untersteinbach (Ort): Schneckenhof
Wüstenrot Ortsteil Maienfels (Ort): Schneckenhof
Bretzfeld (Ort): Goldberg
Adolzfurt (Ort): Schneckenhof
Geddelsbach (Ort): Schneckenhof
Rappach (Ort): Himmelreich
Schwabbach (Ort): Himmelreich
Siebeneich (Ort): Himmelreich
Dimbach (Ort): Himmelreich
Waldbach (Ort): Himmelreich
Langenbeutingen (Ort): Himmelreich
Großlage Salzberg
Eberstadt (Ort): Sommerhalde – Eberfürst
Cleversulzbach (Ort): Eberfürst
Weinsberg (Ort): Steinacker
Grantschen (Ort): Wildenberg
Wimmental (Ort): Altenberg
Ellhofen (Ort): Steinacker – Wildenberg
Lehrensteinsfeld (Ort): Steinacker
Sülzbach (Ort): Altenberg
Willsbach (Ort): Dieblesberg
Affaltrach (Ort): Dieblesberg
Eschenau (Ort): Paradies
Eichelberg (Ort): Hundsberg
Weiler (Ort): Hundsberg – Schlierbach
Löwenstein (Ort): Altenberg – Wohlfahrtsberg- Löwenstein Ortsteil Hößlinsülz (Ort): Dieblesberg
Großlage Schozachtal
Abstatt (Ort): Sommerberg – Burgberg – Burg Wildeck
Löwenstein (Ort): Sommerberg
Unterheinriet (Ort): Sommerberg
Ilsfeld (Ort): Rappen
Auenstein (Ort): Burgberg – Schloßberg
Großlage Wunnenstein
Beilstein (Ort): Wartberg – Steinberg- Beilstein Ortsteil Hohenbeilstein (Ort): Schloßwengert
Oberstenfeld (Ort): Forstberg – Lichtenberg – Harzberg- Oberstenfeld, Ortsteil Gronau (Ort): Forstberg
Ilsfeld (Ort): Lichtenberg
Großbottwar (Ort): Lichtenberg – Harzberg- Großbottwar Ortsteil Winzerhausen (Ort): Lichtenberg -Harzberg
Großbottwar Ortsteile Hof und Lembach (Ort): Lichtenberg – Harzberg
Steinheim an der Murr (Ort): Lichtenberg
Steinheim-Kleinbottwar (Ort): Lichtenberg – Oberer Berg – Süßmund – Götzenberg
Ludwigsburg Ortsteil Hoheneck (Ort): Oberer Berg
Großlage Kirchenweinberg
Heilbronn (Ort): Sonnenberg – Altenberg
Flein (Ort): Sonnenberg – Altenberg – Eselsberg
Untergruppenbach (Ort): Schloßberg
Talheim (Ort): Sonnenberg – Schloßberg – Hohe Eiche
Lauffen am Neckar (Ort): Katzenbeißer – Riederbückele – Jungfer
Neckarwestheim (Ort): Herrlesberg- Ilsfeld Ortsteil Schozach (Ort): Schelmenklinge – Roter Berg
Großlage Heuchelberg
Burg Neipperg auf rebenbewachsenem Burgberg
Brackenheim
Leingarten Ortsteil Schluchtern (Ort): Leiersberg – Grafenberg- Leingarten Ortsteil Großgartach (Ort): Grafenberg
Botenheim (Ort): Ochsenberg
Cleebronn (Ort): Michaelsberg
Dürrenzimmern (Ort): Mönchsberg
Eibensbach (Ort): Michaelsberg
Frauenzimmern (Ort): Michaelsberg – Kaiserberg
Brackenheim (Ort): Schloßberg – Dachsberg – Zweifelsberg – Wolfsaugen – Mönchsberg
Michelbach (Ort): Hohenberg
Güglingen (Ort): Michaelsberg – Kaiserberg
Hausen (Ort): Jupiterberg
Haberschlacht (Ort): Dachsberg
Kleingartach (Ort): Grafenberg
Gemmingen (Ort): Sonnenberg
Leonbronn (Ort): Hahnenberg
Massenbachhausen (Ort): Krahenberg
Ochsenburg (Ort): Hahnenberg
Meimsheim (Ort): Katzenöhrle
Neipperg (Ort): Grafenberg – Schloßberg – Steingrube
Niederhofen (Ort): Grafenberg
Nordhausen (Ort): Sonntagsberg
Nordheim (Ort): Grafenberg – Ruthe – Sonntagsberg – Grafenberg
Klingenberg (Ort): Sonntagsberg – Schloßberg
Böckingen (Ort): Sonntagsberg
Pfaffenhofen (Ort): Hohenberg
Schwaigern (Ort): Grafenberg – Ruthe – Sonnenberg
Stetten (Ort): Sonnenberg
Stockheim (Ort): Altenberg
Weiler (Ort): Hohenberg
Zaberfeld (Ort): Hohenberg
Großlage Stromberg
Weinbergslage Gündelbacher Wachtkopf, Anbaugebiet Württemberg, Deutschland
Weinbergslage Hohenhaslacher Kirchberg, Anbaugebiet Württemberg, Deutschland
Bönnigheim (Ort): Kirchberg – Sonnenberg
Diefenbach (Ort): König
Ensingen (Ort): Schanzreiter
Erligheim (Ort): Lerchenberg
Freudenstein (Ort): Reichshalde
Freudental (Ort): Kirchberg
Gündelbach (Ort): Wachtkopf – Steinbachhof
Häfnerhaslach (Ort): Heiligenberg
Hofen (Ort): Lerchenberg
Hohenhaslach (Ort): Klosterberg – Kirchberg
Hohenstein (Ort): Kirchberg
Horrheim (Ort): Klosterberg
Illingen (Ort): Schanzreiter – Halde – Forstgrube
Kirchheim am Neckar (Ort): Kirchberg
Kleinsachsenheim (Ort): Kirchberg
Knittlingen (Ort): Reichshalde
Lienzingen (Ort): Eichelsberg – Schanzreiter
Maulbronn (Ort): Reichshalde – Eilfingerberg – Closterweinberg
Mühlacker Ortsteil Lomersheim (Ort): Halde
Mühlhausen (Ort): Halde
Oberderdingen (Ort): Kupferhalde
Ochsenbach (Ort): Liebenberg
Ötisheim (Ort): Sauberg
Riet (Ort): Kirchberg
Roßwag (Ort): Halde – Forstgrube
Schützingen (Ort): Heiligenberg
Spielberg (Ort): Liebenberg
Sternenfels (Ort): König
Vaihingen an der Enz (Ort): Halde
Großlage Schalkstein
Hessigheimer Felsengarten
Affalterbach (Ort): Neckarhade
Allmersbach am Weinberg (Ort): Alter Berg
Asperg (Ort): Berg
Freiberg am Neckar Ortsteil Beihingen (Ort): Neckarhälde
Benningen am Neckar (Ort): Neckarhälde
Besigheim (Ort): Wurmberg – Felsengarten
Bietigheim (Ort): Wurmberg
Bissingen (Ort): Felsengarten
Erdmannhausen (Ort): Neckarhälde
Gemmrigheim (Ort): Wurmberg – Felsengarten
Ingersheim Ortsteil Grossingersheim (Ort): Schloßberg
Hoheneck (Ort): Neckarhälde
Enzweihingen (Ort): Sankt Johannser
Hessigheim (Ort): Wurmberg – Felsengarten – Käsberg
Höpfigheim (Ort): Königsberg- Kirchberg (Ort): Kelterberg
Kleinaspach (Ort):Kelterberg
Ingersheim Ortsteil Kleiningersheim (Ort): Schloßberg
Löchgau (Ort): Felsengarten
Marbach am Neckar (Ort): Neckarhälde
Markgröningen (Ort): Berg – Sankt Johannser
Mundelsheim (Ort): Käsberg – Mühlbächer – Rozenberg
Murr (Ort): Neckarhälde
Neckarweihingen (Ort): Neckarhälde
Poppenweiler (Ort): Neckarhälde
Rielingshausen (Ort): Kelterberg
Rietenau (Ort): Güldenkern
Steinheim (Ort): Burgberg
Walheim (Ort): Wurmberg – Felsengarten
großlagenfreie Gemarkungen
Bad Wimpfen (Ort): einzellagenfrei
Bachenau (Ort): einzellagenfrei
Gräfenhausen (Ort): einzellagenfrei
Höchstberg (Ort): einzellagenfrei
Obergriesheim (Ort): einzellagenfrei
Pleidelsheim (Ort): einzellagenfrei
Tamm (Ort): einzellagenfrei
Unterriexingen (Ort): einzellagenfrei
Typische Rebsorten |
| Rebsorte | Fläche in ha | Anteil in % | Rebsorte | Fläche in ha | Anteil in % | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Trollinger | 2.294 | 20,3 | Riesling | 2.113 | 18,7 | |
| Lemberger | 1.714 | 15,1 | Müller-Thurgau | 313 | 2,8 | |
| Schwarzriesling | 1.443 | 12,8 | Kerner | 290 | 2,6 | |
| Spätburgunder | 895 | 8,0 | Silvaner | 221 | 1,9 | |
| Samtrot | 416 | 3,7 | Ruländer | 190 | 1,7 | |
| Dornfelder | 308 | 2,7 | ||||
| Blauer Portugieser | 130 | 1,1 | ||||
| Sonstige | 634 | 5,6 | Sonstige | 345 | 3,0 | |
| Rotgewächse | 7.834 | 69,3 | Weißgewächse | 3.472 | 30,7 | |
(Stand: 2016) | ||||||
Qualitätsstufen |
In Württemberg werden alle Qualitätsstufen vom einfachen schwäbischen Landwein bis zur trockenen Auslese oder edelsüßen Trockenbeerenauslese erzeugt. Da die Weine überwiegend im Land selbst konsumiert werden, sind die Weine überregional wenig bekannt. Einige Spitzenerzeuger können sich aber durchaus international mit den besten Gütern messen.
Geschichte |
Es wird angenommen, dass schon im 2. Jahrhundert nach Christus in Württemberg Wein angebaut wurde. Durch eine Schenkungsurkunde des Klosters Lorsch im Jahre 766 wurde der Weinbau erstmals urkundlich nachgewiesen.
Mit der Verbreitung des Christentums nahm der Weinanbau zu, vor allem durch die Klöster. Mit der Gründung neuer Klöster um 1100 wurden die Rebflächen bedeutend ausgedehnt. In vielen Orten errichtete man Keltern. Damit entwickelte sich der Weinbau zu einer bedeutenden Sonderkultur, Württemberg wurde zu einem Weinexportland. Im 16. Jahrhundert war der Neckarwein in Mitteleuropa bekannt und verkaufte sich sehr gut, weil man die Weinberge mit hochwertigen Rebsorten wie dem Klevner bepflanzt hatte. Für die geistlichen und weltlichen Landesherren bildete der Wein als Abgabe aus verliehenen Weinbergen sowie als Weinzehnt eine wichtige Einkommensquelle. Sehr häufig gab es aber gegenseitige Verpflichtungen, da der Wein kein Grundnahrungsmittel darstellte. Die Herrschaften beteiligten sich an der Bewirtschaftung der Weinberge, indem sie beispielsweise Dung oder – zum Bau der Stützmauern – Steine lieferten; daneben trugen sie zur Unterhaltung der Keltern durch die Bereitstellung von Holz und anderem Verbrauchsmaterial bei. In einer Herbstordnung von 1607 ließ Herzog Friedrich I. von Württemberg die Vorschriften für den Weinbau zusammenfassen und erließ damit einheitliche Richtlinien für den Weinbau.
Vor dem Dreißigjährigen Krieg wurde die Anbaufläche auf rund 45.000 ha geschätzt. Dieser Krieg beeinträchtigte den Weinbau stark. Als Folge der hohen Bevölkerungsverluste schrumpften die Rebflächen. In der von Kriegen geprägten Zeit zwischen 1618 und dem Ende des Spanischen Erbfolgekrieges 1715 pflanzten die Weingärtner ertragreiche Sorten wie die berüchtigten „Putzscheren“, eine Tokajer-Sorte, die hohe Erträge bringen konnte, aber in Württemberg häufig nicht ausreifte. Darunter litten Qualität und Lagerfähigkeit des Weines. Alle Versuche der herzoglichen Regierung, den Anbau dieser minderwertigen Traubensorten zu verbieten, scheiterten, da die Weingärtner mit der Massenproduktion höhere Einkünfte erzielten als mit dem Qualitätsweinbau. In den Weinbergen pflanzte man außerdem die verschiedenen Traubensorten durcheinander (gemischter Satz).
Erst im frühen 19. Jahrhundert unternahm König Wilhelm I. von Württemberg systematische Anstrengungen zur Verbesserung des Weinbaus. In seinen eigenen Weinbergen wurden neue Bewirtschaftungsmethoden erprobt, daneben bemühte man sich um einer Verbesserung der Traubengärung und Weinbereitung. Aus dem Rheinland wurden Rieslingreben eingeführt, bei G. C. Kessler & Co. in Esslingen am Neckar verarbeitete man hochwertige Trauben zu Schaumweinen. Eine im Jahr 1825 gegründete Weinverbesserungsgesellschaft propagierte den Qualitätsweinbau und verteilte in den Gemeinden hochwertige Reben. Bei den meisten Weingärtnern stießen diese Bemühungen auf geringe Resonanz, da sie zu den minder vermögenden Einwohnern zählten und sich die mit einem jahrelangen Ertragsausfall verbundene Umstellung der Weinberge nicht leisten konnten. Mit der Ablösung der Grundlasten wurden auch die Weinberge freies Eigentum der Weingärtner. Aber in den 1880er Jahren bedrohte der falsche Mehltau den Weinbau insgesamt. Nur durch die Anpflanzung von Hybridreben konnte eine Katastrophe verhindert werden. Nun entstanden auch die ersten Weingärtnergenossenschaften.
Seit dem frühen 20. Jahrhundert setzte man Spritzmittel zur Bekämpfung der Rebkrankheiten ein und beschaffte die ersten hydraulischen Traubenpressen. Eine grundlegende Modernisierung vollzog sich allerdings erst in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. In den Keltern ersetzte man die alten Kelterbäume durch moderne Pressen. Da immer mehr Menschen in der Industrie arbeiteten und den Weinbau nicht mehr in der gewohnten althergebrachten Weise betrieben konnten, modernisierte man die Bewirtschaftung durch großflächige Rebflurbereinigungen. Die Württembergische Weingärtner-Zentralgenossenschaft in Möglingen ließ eine neue Großkellerei errichten, wo die Trauben aus zahlreichen Weinbaugemeinden gekeltert wurden. Unter dem Druck der internationalen Konkurrenz setzten Bemühungen ein, die Qualität und den Absatz des württembergischen Weines durch eine Reduzierung der Erträge, den Anbau neuer Sorten und eine moderne Vermarktung zu verbessern.
Württembergische Weinkönigin |
Wie in den anderen Weinbaugebieten wird auch in Württemberg eine Weinkönigin gewählt, die Württembergische Weinkönigin, die den württembergischen Weinbau im Rahmen von dessen Öffentlichkeitsarbeit jeweils ein Jahr lang repräsentiert und bei Veranstaltungen rund um den Wein vertritt. Sie ist automatisch Kandidatin bei der Wahl zur Deutschen Weinkönigin, die bisher (Stand: September 2018) viermal aus Württemberg kam.
Sonstiges |
Der erste Bundespräsident Theodor Heuss promovierte 1905 über Weinbau und Weingärtnerstand in Heilbronn.
Zahlreiche Winzer betreiben zur Direktvermarktung ihrer Produkte eine Besenwirtschaft. Am Reisigbesen über der Tür kann man erkennen, ob der „Besen“ geöffnet ist.
Literatur |
- Eberhard Fritz: Die Verbesserung des Weinbaus in Württemberg unter König Wilhelm I. (1816–1864). Silberburg-Verlag, Tübingen 1994, ISBN 3-87407-179-0.
Isolde Döbele-Carlesso: Weinbau und Weinhandel in Württemberg in der frühen Neuzeit am Beispiel von Stadt und Amt Brackenheim. Stadt Brackenheim, Brackenheim 1999, ISBN 3-9806667-7-8.
Natalie Lumpp: Remstal–Stuttgart. Weinlandschaft mit Tradition und Vision. DRW-Verlag Weinbrenner, Leinfelden-Echterdingen 2003, ISBN 3-87181-488-1.- Christine Krämer: Rebsorten in Württemberg. Herkunft, Einführung, Verbreitung und die Qualität der Weine vom Spätmittelalter bis ins 19. Jahrhundert (= Tübinger Bausteine zur Landesgeschichte, Band 7). Thorbecke, Ostfildern 2006, ISBN 3-7995-5507-2.
- Sigrid Hirbodian und Tjark Wegner (Hrsg.): Wein in Württemberg (= Tübinger Vorträge zur Landesgeschichte, Band 3). Ostfildern 2017, ISBN 978-3-7995-2072-0.
Weblinks |
Geologie und Weinbergsböden Württembergs Von Dietmar Rupp, LVWO Weinsberg Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum Baden-Württemberg (MLR)- Weinbauverband Württemberg
- Website der württembergischen Weingärtnergenossenschaften
- Winzer und Weingüter in Württemberg
- Vereinigung Württemberger Weingüter ohne Genossenschaftszugehörigkeit
- Weinlagenatlas Baden-Württemberg
Einzelnachweise |
↑ Deutsches Weininstitut: Deutscher Wein. Statistik 2012/2013, (PDF; 1,9 MB) (Memento vom 20. Oktober 2012 im Internet Archive). Mainz 2012.
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