Wetrowo (Kaliningrad, Neman)


Siedlung

Wetrowo
Woydehnen (Wodehnen), auch Schuppinnen (Schuppenau)

Ветрово
























Föderationskreis

Nordwestrussland

Oblast

Kaliningrad

Rajon

Neman

Frühere Namen
I. Woidehnen (nach 1912),
Woydehnen (bis 1938),
Wodehnen (bis 1946)

II: Schuppinnen (bis 1938),
Schuppenau (bis 1946),
Scharowo (bis vor 2005)
Bevölkerung
317 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]

Zeitzone

UTC+2

Telefonvorwahl
(+7) 40162

Postleitzahl
238720

Kfz-Kennzeichen
39, 91

OKATO
27 221 811 003
Geographische Lage

Koordinaten

55° 1′ N, 21° 57′ O55.0121.94965Koordinaten: 55° 0′ 36″ N, 21° 56′ 59″ O

Wetrowo (Kaliningrad, Neman) (Europäisches Russland)


Red pog.svg


Lage im Westteil Russlands

Wetrowo (Kaliningrad, Neman) (Oblast Kaliningrad)


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Lage in der Oblast Kaliningrad

Wetrowo (russisch Ветрово, deutsch Woydehnen, 1938 bis 1945 Wodehnen, auch: Schuppinnen, 1938 bis 1945 Schuppenau, litauisch Vaidėnai, auch: Žiupinėnai) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad. Er gehört zur kommunalen Selbstverwaltungseinheit Stadtkreis Neman im Rajon Neman.




Inhaltsverzeichnis





  • 1 Geographische Lage


  • 2 Geschichte

    • 2.1 Woydehnen (Wodehnen)

      • 2.1.1 Amtsbezirk Woydehnen/Wodehnen (1874–1945)



    • 2.2 Schuppinnen (Schuppenau) / Scharowo

      • 2.2.1 Persönlichkeiten des Ortes



    • 2.3 Wetrowo



  • 3 Kirche


  • 4 Weblinks


  • 5 Einzelnachweise




Geographische Lage |


Wetrowo liegt am Flüsschen Tilse (russisch: Tylscha), fünf Kilometer südwestlich der Kreisstadt Neman (Ragnit). Durch den Ort verläuft eine Nebenstraße (27K-097), die Sowetsk (Tilsit) mit Kanasch (Jurgaitschen, 1938 bis 1946 Königskirch) verbindet. Eine Bahnanbindung besteht nicht.



Geschichte |



Woydehnen (Wodehnen) |


Das einst Woydehnen[2] genannte Dorf wurde am 15. April 1874 Amtsdorf und damit namensgebend für einen Amtsbezirk[3] im Kreis Ragnit, ab 1922 Landkreis Tilsit-Ragnit, im Regierungsbezirk Gumbinnen der preußischen Provinz Ostpreußen. Im Jahre 1910 waren in Woydehnen 296 Einwohner registriert[4]. Ihre Zahl verringerte sich bis 1933 auf 251 und belief sich 1939 noch auf 232[5]. Das Dorf wurde am 3. Juni – amtlich bestätigt am 16. Juli – im Jahre 1938 aus politisch-ideologischen Gründen zur Vermeidung fremdländisch klingender Ortsnamen in „Wodehnen“ umbenannt und kam in Kriegsfolge 1945 zur Sowjetunion.



Amtsbezirk Woydehnen/Wodehnen (1874–1945) |


Zwischen 1874 und 1945 bildete Woydehnen einen Amtsbezirk, der bis 1922 zum Kreis Ragnit, danach zum Landkreis Tilsit-Ragnit in Ostpreußen gehörte. Anfangs waren ihm fünf, am Ende noch vier Orte zugeordnet[3]:


























NameÄnderungsname
1938 bis 1946
Russischer NameBemerkungen
KurschenRakitino
1928 nach Jonienen (Amtsbezirk Kindschen) eingegliedert
Petratschen, Ksp. RagnitPetersfelde (Ostpr.)
Pröwoiszen
1936–38: Pröwoischen
Pröschen
Schuppinnen, Ksp. RagnitSchuppenauScharowo, jetzt: Wetrowo
WoydehnenWodehnenWetrowo


Schuppinnen (Schuppenau) / Scharowo |


Das einstige Schuppinnen[6] bestand vor 1945 aus mehreren großen kleinen Höfen. 1874 wurde das Dorf in den Amtsbezirk Woydehnen[3] (ab 1939 „Amtsbezirk Wodehnen“) eingegliedert, zu dem es bis 1945 innerhalb des Kreises Ragnit (ab 1922: „Landkreis Tilsit-Ragnit“) im Regierungsbezirk Gumbinnen der preußischen Provinz Ostpreußen gehörte. In Schuppinnen lebten im Jahre 1910 141 Menschen[4], 1933 waren es 147 und 1939 131[5]. Am 3. Juni 1938 erhielt der Ort den veränderten Namen „Schuppenau“ und wurde 1945 der Sowjetunion zugeordnet.


Im Jahr 1950 wurde der Ort in Scharowo umbenannt und gleichzeitig in den Dorfsowjet Petrowski im Rajon Sowetsk eingeordnet.[7]



Persönlichkeiten des Ortes |



  • Elisabeth Brönner (* 19. Februar 1880 in Schuppinnen; † 1950), deutsche Politikerin der DDP


Wetrowo |


Nach der Eingliederung in die Sowjetunion wurde Woydehnen/Wodehnen im Jahr 1947 in „Wetrowo“ umbenannt und gleichzeitig in den Dorfsowjet Petrowski selski Sowet im Rajon Sowetsk eingeordnet,[8] dem späteren Rakitinski selski Sowet im Rajon Neman. Vor 1975 würde der Ort Scharowo an Wetrowo angeschlossen.[9] Etwa im Jahr 1997 gelangte Wetrowo in den Dorfbezirk Mitschurinski selski okrug. Von 2008 bis 2016 gehörte der Ort zur städtischen Gemeinde Nemanskoje gorodskoje posselenije und seither zum Stadtkreis Neman.



Kirche |


Woydehnen resp. Wodehnen bzw. Schuppinnen resp. Schuppenau waren mit ihrer fast ausnahmslos evangelischen Bevölkerung bis 1945 in das Kirchspiel der Kirche Ragnit eingepfarrt. Sie gehörte zur Diözese Ragnit im Kirchenkreis Tilsit-Ragnit innerhalb der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Heute liegt Wetrowo im weitflächigen Einzugsbereich der neu entstandenen evangelisch-lutherischen Gemeinde in Sabrodino (Lesgewangminnen, 1938 bis 1946 Lesgewangen) innerhalb der Propstei Kaliningrad[10](Königsberg) der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland.



Weblinks |


  • Wetrowo bei bankgorodov.ru

  • Wetrowo bei prussia39.ru

  • Ortslage Wetrowos bei Wikimapia


Einzelnachweise |



  1. Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Kaliningradskaja oblastʹ. (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Oblast Kaliningrad.) Band 1, Tabelle 4 (Download von der Website des Territorialorgans Oblast Kaliningrad des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)


  2. D. Lange, geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Wodehnen


  3. abc Rolf Jehke, Amtsbezirk Woydehnen/Wodehnen


  4. ab Uli Schubert, Gemeindeverzeichnis, Landkreis Ragnit


  5. ab Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Stadt Tilsit und Landkreis Tilsit–Ragnit/Pogegen. Abgerufen im September 2018 (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006). 


  6. D. Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Schuppenau


  7. Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 5 июля 1950 г., №745/3, «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung 745/3 des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR "Über die Umbenennung der Orte des Gebiets Kaliningrad" vom 5. Juli 1950)


  8. Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 17 ноября 1947 г. «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR "Über die Umbenennung der Orte des Gebiets Kaliningrad" vom 17. November 1947)


  9. Gemäß der Административно-территориальное деление Калининградской области 1975 (Die administrativ-territoriale Einteilung der Oblast Kaliningrad 1975, herausgegeben vom Sowjet der Oblast Kaliningrad) auf http://www.soldat.ru/ (rar-Datei).


  10. Evangelisch-lutherische Propstei Kaliningrad


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